VonAntje Mathezschließen
Bund und Länder investieren mehr Geld in Wohnkostenhilfe als in den Bau von Sozialwohnungen. Das ist eine Strategie, die auf Dauer nicht aufgehen kann. Ein Kommentar.
Der Vorwurf wiegt schwer: Missmanagement auf dem Wohnungsmarkt. Bund und Länder hätten die Förderung von Sozialwohnungen jahrelang massiv vernachlässigt, wodurch ein „dramatischer Mangel“ an sozialem Wohnraum in Deutschland entstanden sei, schreibt das Pestel-Institut in seiner Studie. Gleichzeitig nimmt die Zahl derer, die einen Anspruch auf eine Sozialwohnung oder Wohnkostenhilfe haben, beständig zu. So weit, so schlimm.
Politik gibt Geld an der falschen Stelle aus - es entsteht kein neuer Wohnraum
Deutlich beunruhigender ist aber, wie die Politik dem Problem begegnet: mit einem gravierenden Missverhältnis von Objekt- und Subjektförderung. Soll heißen, ein paar wenige Milliarden für den sozialen Wohnungsbau und ein riesiger Batzen Geld (20 Milliarden) an Sozialausgaben für die Unterstützung bedürftiger Menschen beim Wohnen. Tendenz steigend.
Nun könnte man sagen: Ist doch egal, an welcher Stelle Bedürftigen geholfen wird. Dem ist aber nicht so. Denn die ausufernde sogenannte Subjektförderung hat erhebliche Nachteile. Durch sie entsteht nicht ein einziger Quadratmeter sozialen Wohnraums. Und: Die öffentliche Hand zahlt laut Pestel-Studie vielerorts deutlich überhöhte Mieten. Sie gibt also mehr Geld aus als eigentlich nötig und treibt damit selbst die Preise immer weiter in die Höhe.
Was bleibt, ist eine einfache Rechnung: Massive Investitionen in den sozialen Wohnungsbau sind unerlässlich und sparen auf lange Sicht sogar Geld. Höchste Zeit, dass die Politik das begreift.
