VonChristoph Gschoßmannschließen
Die Steuern für Gutverdiener steigen. Wer genug einnimmt, muss künftig mehr Sozialabgaben leisten. Das verordnet das Bundesarbeitsministerium.
München - Wer mehr verdient, soll auch mehr für die Gesellschaft bezahlen: Für Gutverdiener in Deutschland sollen die Sozialabgaben im kommenden Jahr erneut turnusgemäß steigen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt und über den das Portal The Pioneer zuerst berichtete. Die Verordnung solle am 11. Oktober vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden.
Sozialabgaben für Rente und Krankenkasse: Beitragsbemessungsgrenze steigt auf 5175 Euro pro Monat
Nicht nur für neue Heizungen gelten 2024 neue Regeln, sondern auch bei der Steuer. Demnach sollen die Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungen dadurch angehoben werden. In der gesetzlichen Renten- und der Arbeitslosenversicherung sollen Beiträge bis zu einem Betrag von im Westen 7550 Euro pro Monat und von im Osten 7450 Euro fällig werden. Wer darüber hinaus verdient, zahlt nur bis zu dieser Grenze Rentenbeiträge. Bisher lag die Grenze bei 7300 Euro in den alten sowie 7100 Euro in den neuen Ländern.
Bundeseinheitlich soll die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zum 1. Januar auf 5175 Euro pro Monat steigen. Bisher lag diese bei 4987,50 Euro. Die Versicherungspflichtgrenze indes soll im kommenden Jahr von 66 600 auf 69 300 Euro Jahreseinkommen steigen. Wer mit seinem Einkommen über dieser Grenze liegt, kann sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern.
Höhere Abgaben für Gutverdiener: 600 Euro mehr Steuern für Steuerzahler, die 70.000 im Jahr verdienen
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berechnete für unterschiedliche Einkommensgruppen, wie viel mehr an Sozialabgaben sie im kommenden Jahr zahlen müssen. „Wer 70.000 Euro im Jahr verdient, zahlt im kommenden Jahr rund 20 Euro höhere Sozialabgaben pro Monat, bei 90.000 Euro sind es fast 50 Euro.“ Das sind im Gesamtjahr rund 600 Euro mehr. Diese Beispielrechnung ergibt sich für Singles mit gesetzlicher Krankenversicherung und einem Zusatzbeitrag von 1,6 Prozent.
Die Rechengrößen sind laut Entwurf „immer für ein Kalenderjahr fortzuschreiben“ und werden dabei nach einer festen Formel an die Lohnentwicklung des zurückliegenden Jahres angepasst. Christian Lindner will derweil mehr Menschen in Deutschland in Arbeit bringen. Dafür kündigt der FDP-Chef eine Untersuchung der Ampel-Regierung an. (cgsc mit dpa)
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