VonAmy Walkerschließen
Nach einem Rekordjahr 2023 nimmt Thermondo, Deutschlands größter Heizungsinstallateur, die Gasheizung aus dem Sortiment. Die Zukunft liegt in der Wärmepumpe und klimaneutralen Technologien.
Berlin – Das Jahr 2023 war für die Heizungsbranche ein Jahr voller Herausforderungen und Veränderungen. Die Energiekrise ließ die Kosten für Öl, Gas und Strom in die Höhe schnellen. Hinzu kam die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das im Volksmund auch als Heizungsgesetz bekannt wurde. All diese Faktoren führten dazu, dass die Branche ein Rekordjahr verzeichnete. Laut dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) stieg der Absatz im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel.
Habecks Heizungsgesetz mit Erfolg: Thermondo baut ab jetzt nur noch Wärmepumpen ein
Das Jahr war geprägt von besonderen Ereignissen. Es gab „einen anhaltenden Nachfrageboom bei Wärmepumpen“, gefolgt von einer erhöhten Nachfrage nach Modernisierung von Öl- und Gasheizungen. Die Unsicherheit, die das GEG mit sich brachte, machte die Wärmepumpe weniger attraktiv. Die Auftragsbücher blieben leer, bis klar war, wie die Förderung für das neue Gesetz ab 2024 aussehen würde.
Mit der endgültigen Einführung des GEG und der gesetzlichen Verankerung der Zukunft der Wärmepumpe, hofft die Branche auf einen neuen Boom. Aus diesem Grund hat Thermondo, der nach eigenen Angaben größte deutsche Heizungsinstallateur, beschlossen, die Gasheizung komplett aus seinem Sortiment zu entfernen.
„Thermondo hat im Februar 2024 die letzte fossile Heizung verkauft. Für Deutschlands größten Heizungsinstallateur geht damit nach fast elf Jahren eine Ära zu Ende: thermondo konzentriert sich nun voll auf die Wärmepumpe, Photovoltaik und weitere Technologien für klimaneutrales Wohnen und versteht sich als Möglichmacher der Energiewende im Einfamilienhaus“, so eine Pressemitteilung. Bereits im Sommer 2023 hatte das Unternehmen auch Ölheizungen aus seinem Angebot gestrichen.
Bereits bestellte Gasheizungen werden noch installiert, ebenso wie Wartung und Service für bereits installierte Heizungen, betont Thermondo.
Erfolg für Habecks Heizgesetz: Heizungsindustrie hofft auf Boom im Jahr 2024
Im Jahr 2023 wurden in Deutschland insgesamt 1,3 Millionen Wärmeerzeuger verkauft, wie der BDH mitteilte. Dies entspricht einem Wachstum von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein solcher Absatz wurde „zuletzt in den 90er Jahren“ verzeichnet, als die Modernisierung der Heiztechnik in den neuen Bundesländern in die Bilanz einfloss.
Trotz der Unsicherheit im Sommer bewertet Thermondo die Entwicklung als „positive Entwicklung“. „Jetzt herrscht Klarheit und es gilt, noch mehr Hausbesitzer vom Umstieg auf die Wärmepumpe zu überzeugen“, so ein Sprecher des Unternehmens.
Heizungsgesetz von Habeck: „Mit der Heizungsmodernisierung beschäftigen“
Für das erste Halbjahr 2024 zeigt sich die Heizungsindustrie trotz der „hohen Verunsicherung im Markt und den eher verhaltenen Erwartungen der Hersteller“ optimistisch. „Mit Inkrafttreten des GEG und der neuen Förderrichtlinie besteht jetzt endlich Planungssicherheit für alle Marktteilnehmer und vor allem für die Verbraucherinnen und Verbraucher“, so Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des BDH. Er betont, dass „jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit der Heizungsmodernisierung zu beschäftigen und die Wärmewende in den eigenen vier Wänden anzugehen“ ist.
Vor diesem Hintergrund fordert der BDH gemeinsam mit dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima die Politik auf, eine Informationskampagne über heiztechnische Lösungen und neue Förderungen zu starten. „Aus Paragrafen müssen jetzt eingebaute Heizungen werden“, so Staudt, Hauptgeschäftsführer des BDH.
Mit Material von AFP
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