VonLisa Mayerhoferschließen
Ein weiteres Krankenhaus ist insolvent; 800 Mitarbeiter sind betroffen. Der Generalbevollmächtigte plant, die Sanierung bis zum Frühsommer 2026 abzuschließen.
Saarlouis – Den Krankenhäusern in Deutschland geht es schlecht. Jetzt ist auch noch die DRK-Klinik in Saarlouis insolvent. Am Montag hat die DRK gemeinnützige Krankenhausgesellschaft Saarland einen Antrag auf Einleitung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beim Amtsgericht gestellt, berichtet die Saarbrücker Zeitung.
Klinik insolvent – „Für die Patienten wird es keine Einschränkungen geben“
Rechtsanwalt Dennis Blank, der das Verfahren als Generalbevollmächtigter begleitet, erklärte, dass keiner der 800 Mitarbeiter entlassen werden solle und kündigte an: „Für die Patienten wird es keine Einschränkungen geben, der Betrieb läuft weiter, sodass die Bevölkerung das gar nicht merken wird.“
Als Grund für die Insolvenz nennt Blank laut SR „Altlasten“ sowie „unvorhergesehene Ereignisse“. Grundsätzlich sei das Krankenhaus immer schon wirtschaftlich stabil gewesen, sagte Blank weiter laut Saarbrücker Zeitung. „Durch Corona hatte es mit einer Sondersituation zu kämpfen.“ Dazu sei noch der Umbruch in der gesamten Krankenhauslandschaft gekommen. Er hoffe aber, die Sanierung bis zum Frühsommer 2026 abschließen zu können. Das DRK-Krankenhaus in Saarlouis und das dazugehörige Gästehaus in Lebach sollen demnach erhalten bleiben, die Pflegeeinrichtungen in Dillingen und Hülzweiler zum 31. Januar 2026 schließen.
Die Mitarbeiter erhalten nun für die kommenden drei Monate Insolvenzausfallgeld. Der Betriebsratsvorsitzende Harald Jakobs sagte dazu der Saarbrücker Zeitung: „Die Mitarbeiter ahnten es schon etwas länger. Aber es gab keine Informationen, das war unangenehm.“ Jetzt sei die Zeit der Ungewissheit endlich zu Ende. Er bezeichnete es als ein „positives Signal“, dass keine Stellen abgebaut werden sollen.
Mehr als 70 Krankenhäuser haben schon Insolvenz angemeldet
Mit ihrem Schicksal ist die DRK-Klinik in Saarlouis nicht allein: Anfang des Jahres ging eine Meldung durch die Medien, dass fast jedes sechste Krankenhaus in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes insolvent sei. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass fünf Standorte in Rheinland-Pfalz und einer in Hessen betroffen gewesen seien. Die finanzielle Lage sei vielerorts schwierig.
Doch das Problem trifft auch andere Kliniken: Seit 2020 hätten bereits mehr als 70 Krankenhäuser Insolvenz angemeldet, insgesamt erzielten die Kliniken im vergangenen Jahr einen Verlust von 12,7 Milliarden Euro. Henriette Neumeyer, die stellvertretende Chefin der Deutschen Krankenhausgesellschaft, plädiert in der Augsburger Allgemeinen für „eine radikale Entbürokratisierung“. Das System werde nicht nur teurer, sondern auch langsamer, „weil wir vor lauter Dokumentationspflichten kaum noch behandeln können“. Quellen: Saarbrücker Zeitung, SR, dpa und Neue Osnabrücker Zeitung
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