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Die Autovermietung Starcar rutscht in die Insolvenz. Dabei macht die Firma eine halbe Milliarde Euro Umsatz – und zählt neben Sixt, Europcar und Hertz zu den großen Playern.
Hamburg – Starcar hat keinen so klangvollen Namen wie Sixt, Europcar oder Hertz, dennoch zählt das Unternehmen zu den großen Akteuren auf dem Markt der Autovermietungen. Nach eigenen Angaben hat Starcar deutschlandweit mehr als 100 direkte Stationen, dazu kommen 500 Partner-Mietstationen. 615 Vollzeit-Beschäftigte arbeiten für die Firma, mit Teilzeit-Stellen sind es rund 1100. Doch trotz etwas mehr als einer halben Milliarde Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
Die Star Car GmbH Kraftfahrzeugvermietung hat deshalb nun Insolvenz beantragt, wie das Unternehmen mitteilte. Das Amtsgericht Hamburg leitete ein vorläufiges Insolvenzverfahren ein. Der erfahrene Hamburger Rechtsanwalt Christoph Morgen begleitet den Prozess als vorläufiger Insolvenzverwalter, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.
Autovermietung Starcar rutscht in die Insolvenz – Firma macht halbe Milliarde Euro Umsatz
Morgen habe die Beschäftigten bereits über die Situation informiert, berichtete die Wirtschaftswoche. Die sogenannte Insolvenzgeldvorfinanzierung sei eingeleitet, um Löhne und Gehälter der Beschäftigten zu sichern. Das operative Geschäft der Autovermietung soll trotz der Insolvenz normal weiterlaufen.
Die Gründe der Insolvenz gehen aus der Starcar-Mitteilung nicht hervor. Noch Ende August hatte die Gruppe ein deutliches Umsatzplus gemeldet. „Wir konnten unsere Position entgegen aller Herausforderungen nicht nur behaupten, sondern gezielt ausbauen“, zitierte die Wirtschaftswoche den Vorstandschef Jens Hilgerloh. Die Starcar Europe Service Group habe 2024 damit einen Umsatz von 510,65 Millionen Euro erzielt. 2023 waren es 341,73 Millionen.
Starcar ist hoch verschuldet – Gespräche zur Vermeidung der Insolvenz gescheitert
Starcar ist laut dem Wirtschaftsmagazin und dem Hamburger Abendblatt jedoch hoch verschuldet. 2022 sei unter der Starcar Europa Service Group AG eine Konsortialfinanzierung in Höhe von bis zu 240 Millionen Euro gestartet worden, wie die Medien unter Verweis auf den Konzernabschluss für 2023 berichten. Das Darlehen durch die Banken sei an die Einhaltung bestimmter Finanzauflagen gebunden.
In den vergangenen Woche habe es Gespräche mit den finanzierenden Banken gegeben, um eine Insolvenz zu verhindern, berichtete die Wirtschaftswoche. Ziel sei die Verlängerung der Darlehen gewesen, doch die Lage der Autovermietung habe sich verschlechtert. Eine Lösung abseits der Insolvenz sei schließlich daran gescheitert, dass das Unternehmen nicht ausreichend durchfinanziert war. (Quellen: Insolvenzbekanntmachungen, Hamburger Abendblatt, Wirtschaftswoche (ms))