- VonMax Schäferschließen
Die Riester-Rente erfüllt nicht die Erwartungen vieler Rentner. Aktuelle Daten offenbaren, wie niedrig die Auszahlungen wirklich sind.
Berlin – Im Alter müssen Menschen in Deutschland häufig mit weniger Geld auskommen, wie in ihrer Erwerbszeit. Das gilt besonders, wenn sich die Betroffenen auf die gesetzliche Rente verlassen. Die Differenz des früheren Lohns und des tatsächlichen Bedarfs, die sogenannte Rentenlücke, kann bei bis zu einer Million Euro liegen. Wer privat vorsorgt, kann diese schließen. Die Riester-Rente ist dabei jedoch keine verlässliche Alternative, wie eine neue Auswertung des Bundesfinanzministeriums zeigt.
Nur wenig neben der gesetzlichen Rente: Von Riester-Verträgen bleibt im Alter wenig
Rentner bekamen 2023 im Schnitt 1636,13 Euro pro Jahr durch die Riester-Rente ausgezahlt. Das sind 136 Euro im Monat. Männer erhielten mit durchschnittlich 1732,24 Euro noch mehr als Frauen (1563,12 Euro). Der Medianwert, der die Mitte der 1,165 Millionen Riester-Rentenbezieher darstellt, lag bei 846 Euro, also 72 Euro monatlich. Diese Diskrepanz zwischen Durchschnitt und Median verdeutlicht die erhebliche Ungleichheit zwischen den jeweiligen Verträgen.
Denn die Spitze der Empfänger von Riester-Renten ist sehr klein. Nur 1,6 Prozent der Bezieher erhielten mindestens 10.000 Euro im Jahr, was etwa 833 Euro monatlich entspricht. Mehr als die Hälfte der Bezieher bekam weniger als 1000 Euro jährlich, und 28 Prozent erhielten sogar weniger als 500 Euro, also 41,67 Euro im Monat.
Nur wenige Rentner profitieren wirklich von ihrer Riester-Rente
Etwas mehr Unterstützung zur gesetzlichen Rente erhielten die rund 60.600 Personen, die Leistungen aus mehreren Riester-Verträgen bezogen. Hier lag der Median bei 2083,62 Euro jährlich, was 173,64 Euro monatlich entspricht, während der Durchschnitt bei 2952,88 Euro lag.
Das Bundesfinanzministerium weist darauf hin, dass die Höhe der laufenden Alters- und Erwerbsminderungsrente bei Personen niedriger ausfalle, die zu Beginn der Auszahlung eine einmalige Teilkapitalauszahlung erhalten haben. Diese fließen dennoch in die Durchschnittsberechnung ein. „Aktuelle Bestandsfälle können kaum lange Ansparphasen aufweisen, da die Förderung der Riester-Rente erst 2002 begann“, erklärt das Ministerium die relativ niedrigen Riester-Renten.
Schon länger gibt es Kritik an der Riester-Rente – neue Koalition plant Umbau
Die Riester-Rente steht schon länger in der Kritik, da sie wenig Rendite bringt. Kritiker führen dies auf die gesetzliche Ausgestaltung zurück. „Neben hohen Abschluss- und Verwaltungskosten spielt die gesetzlich geforderte Beitragsgarantie eine wesentliche Rolle für die niedrige Rendite der Riester-Renten“, so ein Gutachten des Sachverständigenrats Wirtschaft zur Rente.
Die zukünftige Koalition aus Union und SPD plant eine Reform der Riester-Rente. „Wir werden die bisherige Riester-Rente in ein neues Vorsorgeprodukt überführen, von bürokratischen Hemmnissen befreien und mit dem Verzicht auf zwingende Garantien sowie der Reduzierung der Verwaltungs-, Produkt- und Abschlusskosten reformieren“, heißt es im Koalitionsvertrag.
Zusätzlich plant die Merz-Regierung, durch die „Frühstart-Rente“ Geld für Kinder anzulegen. Diese können dann entscheiden, ob sie selbstständig mehr Geld in das Depot einzahlen.
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