„Versorgungslücke“

Rentenlücke gefährdet Wohlstand im Alter – Rentner sollten jetzt handeln

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Die Rentenlücke, auch als Versorgungslücke bekannt, kann den Wohlstand im Alter gefährden. Rentner können sie im Vorfeld berechnen und schließen.

Hamm – Viele Menschen hoffen im Ruhestand auf ein sorgenfreies Leben – besonders wenn es ums Finanzielle geht. Die anstehende Rentenerhöhung 2024 kann da vielleicht schon mal ein paar Sorgen nehmen. So oder so müssen sich Rentner aber mit der Rentenlücke auseinandersetzen. Sie gefährdet den Wohlstand im Alter.

Rentenlücke gefährdet Wohlstand im Alter – Rentner sollten jetzt handeln

Zunächst einmal sollte geklärt werden, was die Rentenlücke überhaupt ist. Das ist zum Glück nicht schwer. Sie ist gleichbedeutend mit der Versorgungslücke, und die wiederum ist laut Gabler Wirtschaftslexikon die Bezeichnung „für die nach dem Eintritt des Ruhestandes, der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit entstehende finanzielle Lücke“. 

Rechenbeispiel zur Rentenlücke

Die Experten von finanzip.de erklären die Rentenlücke anhand dieses Beispiels: „Anke hat eine prognostizierte Rente von 1300 Euro im Monat. Als alleinstehende Frau wird sie Ausgaben von rund 1700 Euro pro Monat haben. Sie hat noch 30 Jahre bis zum Ruhestand, für die sie Inflation und Rentensteigerungen einberechnen muss. Zu Beginn des Ruhestands hat Anke demnach eine Rente von rund 2.030 Euro und Ausgaben von gut 3.080 Euro. Anke fehlen dann jeden Monat 1.050 Euro. Das ist sozusagen ihre monatliche Rentenlücke.“

Rentenlücke kann Wohlstand in der Rente gefährden

Diese finanzielle Lücke, die im Extremfall den Wohlstand des Ruheständlers gefährden kann, entsteht einfach dadurch, dass mit der gesetzlichen Rente der bisherige Lebensstandard nicht gehalten werden kann. Finanzexperten gehen davon aus, dass zwei Drittel des letzten Bruttoeinkommens als ausreichende Versorgung im Alter gelten – bei der Berechnung kann eine einfache Faustregel helfen. Wichtig ist es daher, schon früh Maßnahmen gegen die Rentenlücke zu treffen.

Um sich optimal auf den Renteneintritt, der sich schrittweise nach hinten verschiebt, vorzubereiten, sollten Arbeitnehmer sich schon möglichst frühzeitig einen Überblick über ihre Finanzen verschaffen. Die Experten von finanztip.de sprechen dabei von drei wichtigen Schritten:

  • Klarheit über Einnahmen durch die Rente verschaffen
  • Alle planbaren Ausgaben im Ruhestand ermitteln
  • Auch die Inflation und die Rentensteigerung sollte mit einbezogen werden

Renteneinnahmen kann man schon frühzeitig einsehen

Die Einnahmen durch die Rente kann man anhand der Renteninformation einsehen. Die bekommt jeder Arbeitnehmer ab 27 Jahren per Post regelmäßig von der Rentenversicherung zugeschickt. Dort findet sich auf Seite 1 die prognostizierte Rente. Für die Ausgaben im Ruhestand könnten zudem Zahlen des Statistischen Bundesamts (Stand 2023) weiterhelfen. Das beziffert die durchschnittlichen Ausgaben im Ruhestand wie folgt:

Alleinstehende1735 Euro pro Monat
Weiblich alleinstehend1697 Euro pro Monat
Männlich alleinstehend1823 Euro pro Monat
Paar3045 Euro pro Monat

Auch Inflation ist wichtig beim Thema Rentenlücke

Bei der Inflation könnte man sich an einem Richtwert orientieren. Die Experten von finanztip.de halten eine Steigerung von 1,5 Prozent pro Jahr für realistisch. Durch den Verlust an Kaufkraft werden also auch die Ausgaben der Rentner aufgrund der Inflation höher – selbst wenn sie ihren Lebensstandard im Alter nicht verändern.

Wenn man die Rentenlücke ermittelt hat, stellt sich natürlich zwangsläufig die Frage, wie man sie wieder schließt. Das lässt sich ganz einfach bewerkstelligen, indem angehende Rentner schon frühzeitig privat vorsorgen.

Möglichkeiten dazu bieten zum Beispiel eine Riester-Rente mit Zuschüssen oder auch Investitionen in sogenannte ETFs. Auch hilft es, für eine möglichst hohe Grundrente im Alter zu sorgen – Mütter bzw. Väter sollten sich daher auch unbedingt Erziehungszeiten anrechnen lassen, wie wa.de berichtet.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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