- VonTim Krupkaschließen
Schon seit mehreren Jahren hat der Autobauer BMW Probleme mit undichten Abgasrückführungskühlern. Dies betrifft nun auch Modelle aus den Jahren 2021 und 2022.
München – Weil von defekten Kühlsystemen potenzielle Brandgefahren ausgehen, beordert BMW knapp 800.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Fast alle Dieselmodelle der Baujahre 2021 und 2022 seien vom aktuellen Rückruf betroffen, wie aus einer Mitteilung des Magazins Auto Motor und Sport hervorgeht.
Risiko seit längerem bekannt
Dass die AGR-Kühler von BMW teils erhebliche Defizite aufweisen, ist nichts Neues. Schon 2018 musste der Münchner Autobauer deshalb eine erste große Rückrufaktion mit einer halben Million PKW starten. Konkret ging es damals wie heute darum, dass das Kühlmittel Glykol aus undichten Kühlsystemen austreten und in Berührung mit Rußablagerungen kommen könnte. Trifft dieses Gemisch auf Hitze, besteht die Gefahr einer Entzündung.
Wie Auto Motor und Sport schreibt, hätte BMW die fehlerhaften Kühler trotzdem weiterhin verbaut. Der Konzern selbst verweist auf eine überarbeitete Version des AGR-Kühlers, die seit 2022 eingesetzt werde und gemeinsam mit einem anderen Zulieferer entstanden sei. Offenbar sind diese Optimierungen aber nicht ausreichend gewesen, um das Brandrisiko vollständig ausschließen zu können.
Kraftfahrt-Bundesamt schaltet sich ein
In der Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes werden nun sämtliche BMW-Fahrzeuge aufgelistet, die von der derzeitigen Aktion betroffen sind. Dies umfasse beinahe die gesamte Diesel-Modellpalette, also sowohl die Baureihen Einser bis Siebener als auch die beliebte X-Reihe, wie der Autobauer mitteilt. Dabei gehe es um die Produktionsjahre 2010 bis 2022.
Neu ist die Überwachung des Rückrufs durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Die Behörde wolle „ein aktiveres Mitverfolgen des Rückrufgeschehens, das sich jetzt auch auf nicht sicherheitsrelevante Produkte erstreckt“. BMW seinerseits möchte zur Vermeidung künftiger Zwischenfälle entsprechende Korrekturen vornehmen. Weitere Informationen liefert die Referenznummer 008124 in der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes.