- VonRudolf Kruxschließen
Die Zinsen für Festgeld variieren stark, je nach Laufzeit. Kurze Laufzeiten bieten wenig, während lange Laufzeiten mehr abwerfen. Doch es gibt Risiken.
Wer 2025 Festgeld anlegen will, sollte genau hinschauen. Denn die Zinsentwicklung verläuft je nach Laufzeit sehr unterschiedlich. Während bei kurzen Laufzeiten die Zinsen weiter sinken, werfen lange Laufzeiten immer mehr ab. Aber wo sollten Anlegerinnen und Anleger jetzt zugreifen?
Kurze Laufzeiten: weiter sinkende Zinsen
Festgeld mit kurzer Laufzeit – etwa ein Jahr – war in der Hochzinsphase noch besonders gefragt. Doch mittlerweile sind die Zinsen dort stark gefallen. Der Durchschnittszins liegt laut biallo.de aktuell nur noch bei 1,47 Prozent – merklich unter der Inflationsrate. Und er Trend zeigt weiter abwärts.
Wichtigster Grund dafür sind die sinkenden Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die kurzfristigen Sparzinsen reagieren sensibel auf solche Entwicklungen. Wer bei kurzer Laufzeit noch ein gutes Angebot findet, sollte rasch zugreifen. Schließlich könnten die Leitzinsen dieses Jahr noch weiter sinken.
Trotzdem gilt es natürlich, genau hinzuschauen. Unter den kurzfristigen Angeboten sticht derzeit vor allem die Ferratum Bank mit einem Zinssatz von 3,00 Prozent für anderthalb Jahre hervor. Dafür müssen sich Anleger aber mit der maltesischen Einlagensicherung anfreunden. Die Ratingagentur S&P Global bewertet Malta mit A-, was im europäischen Vergleich eher niedrig ist.
Mittlere Laufzeiten: stabil und planbar
Deutlich robuster präsentieren sich derzeit die mittleren Laufzeiten. Der Durchschnittszins für fünfjährige Festgelder liegt bei 1,88 Prozent – praktisch auf dem Niveau vom Jahresbeginn (1,85 Prozent). Die besten Angebote bieten noch fast einen Prozentpunkt mehr. 2,80 Prozent zahlt etwa Klarna für vier Jahre, die J&T Direktbank bietet diesen Zinssatz für fünf Jahre. Solange die Inflation weiter sinkt oder sich um die von der EZB angepeilten zwei Prozent einpendelt, können Sparer mit diesen Angeboten über Jahre hinweg positive reale Renditen erzielen.
Lange Laufzeiten: weiterer Zinsanstieg möglich
Der Durchschnittszins für zehnjährige Anlagen ist seit Jahresbeginn langsam, aber sicher gestiegen – von 2,02 auf 2,23 Prozent. Das ist höher als die aktuelle Inflationsrate und auch höher als der Einlagenzins der EZB, den die Banken selbst für ihr zurückgelegtes Geld erhalten.
Möglich ist das, weil sich die langfristigen Zinsen stärker an den Kapitalmarktrenditen als am EZB-Leitzins orientieren. Und diese ziehen aktuell an – wie auch bei zehnjährigen Bundesanleihen oder Pfandbriefen. Bei einzelnen Banken liegen die Zinsen mittlerweile um die drei Prozent, vereinzelt sogar darüber. Ein kurzzeitiges Angebot der Sparkasse Magdeburg erreichte sogar vier Prozent.
Wer langfristig und sicher anlegen will, muss also abwägen: Eine frühe Festlegung könnte sich als nachteilig erweisen, wenn die Zinsen weiter steigen. Zum Glück besteht hier aktuell kein Zeitdruck.
Strategisch anlegen: Die richtige Kombination macht’s
Mittlere Laufzeiten wirken derzeit besonders attraktiv, weil die Zinsen stabil sind und das Inflationsrisiko auf Sicht von vier oder fünf Jahren begrenzt scheint. Bei den kurzen Laufzeiten gibt es nur wenige Angebote mit wirklich hohen Zinsen, sodass nicht jeder Sparer das Passende finden könnte. Lange Laufzeiten bieten zwar die besten Zinsen. Wer heute schon abschließt, könnte aber das Beste verpassen.
Wer sich nicht auf eine Laufzeit festlegen will, kann eine Festgeldtreppe nutzen – also das Geld auf unterschiedliche Laufzeiten verteilen. Auf diese Weise lässt sich die Flexibilität kurzer Laufzeiten mit der Planbarkeit und den hohen Zinsen langer Laufzeiten verbinden. Gerade jetzt kann sich das lohnen, da es für nahezu alle Laufzeitbereiche – zumindest vereinzelt – attraktive Angebote gibt.
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