Pleitewelle auf dem Bau

Krise in der Baubranche: Immobilien-Firma aus Frankfurt insolvent

  • schließen

Die Immobilien- und Baubranche erlebt einen weiteren Rückschlag: Schoofs Immobilien hat Insolvenz angemeldet. Die Auswirkungen könnten weitreichend sein.

Frankfurt – Die Immobilien- und Baubranche wird von einer weiteren Insolvenz erschüttert: Schoofs Immobilien Frankfurt GmbH, ein Projektentwickler mit Hauptsitz in Neu-Isenburg (Hessen), hat Eigeninsolvenz beantragt. Dies wird von mehreren Medienquellen bestätigt.

Schoofs Immobilien reiht sich damit in eine wachsende Liste von Insolvenzfällen in der Immobilienbranche ein. Der bisher bekannteste Fall war die Insolvenz von Signa in Österreich, die eine Kette weiterer Insolvenzen auslöste. Bedeutende Projekte wie der Elbtower in Hamburg gerieten dadurch ins Wanken.

Baubranche in der Krise: Insolvenzwelle wird befürchtet

Die Ursache für die jüngste Insolvenz liegt in der äußerst angespannten Situation auf dem Immobilienmarkt, die durch steigende Zinsen und hohe Baukosten vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen in Bedrängnis bringt. „Die notwendige Sanierung ist Folge der kritischen Marktentwicklung mit gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten, der Zurückhaltung bei der Vergabe von Darlehen und der gleichzeitig gesunkenen Nachfrage und Bewertung von Objekten bei potenziellen Käufern“, erklärt Mohamed Younis, Geschäftsführer der Schoofs Immobilien GmbH Frankfurt, laut immobilienmanager.de.

Laut der Webseite erhalten die etwa 90 Mitarbeiter nun Insolvenzgeld. Es gibt bereits fortgeschrittene Gespräche mit einem potenziellen Investor, was auf eine mögliche Rettung hindeutet.

Ein Baugerüst steht an der Fassade von einem nicht fertig gebauten Wohnhaus auf einer Baustelle im Berliner Süden, während im Hintergrund Turmdrehkrane arbeiten.

2023 erreichte die Anzahl der Insolvenzen in der Immobilienbranche einen neuen Höhepunkt. Laut WirtschaftsWoche gab es im Jahr 2023 insgesamt 1164 Insolvenzen in der Branche, was einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Es wird befürchtet, dass die Krise in diesem Jahr zu noch mehr Insolvenzen führen könnte, wenn die Bauaufträge nicht bald wieder zunehmen. Andernfalls könnten Unternehmen gezwungen sein, Personal abzubauen, was zu einer Welle von Entlassungen führen könnte.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Kommentare