Hauptversammlung steht an

Großbank aus Europa in Putins Fängen? Schäden drohen wegen Russland-Falle

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Westliche Banken betreiben Geschäfte mit Russland. Ein Rückzug erweist sich als schwierig. Eine Großbank bekommt die Härte Putins zu spüren – zu Unrecht?

Wien – Immer wieder gibt es Berichte, wie Wladimir Putin westliche Unternehmen unter Druck setzt. Auch der Finanzsektor bleibt nicht verschont. Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) rückte bei Berichten über Geschäfte zwischen Russland und westlichen Firmen ins Rampenlicht – die Bank bekam die Härte Russlands bei einem Gerichtsurteil zu spüren. Spannend könnte nun die ordentliche Hauptversammlung der Raiffeisen Bank International AG am 26. März 2025 werden.

Europäische Großbank sagt sich von Belarus los – und will Russland-Geschäfte beschränken

Bank aus Europa in Putins Fängen? Hauptversammlung steht bevor

Noch ist wenig über die Hauptversammlung bekannt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem (nicht vollständige Auflistung):

  • Vorlage des festgestellten Jahresabschlusses samt Lagebericht, des Konzernabschlusses samt Konzernlagebericht (einschließlich konsolidierter nichtfinanzieller Erklärung) jeweils zum 31. Dezember 2024 und des Vorschlags für die Gewinnverwendung, des Berichts des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2024 sowie des Corporate Governance-Berichts des Vorstands
  • Beschlussfassung über die Verwendung des im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 ausgewiesenen Bilanzgewinns
  • Beschlussfassung über den Bericht zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands und des
  • Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2024 (Vergütungsbericht 2024)
  • Beschlussfassung über die Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2024

Ob sich nach der Hauptversammlung ableiten lässt, welchen Einfluss die Russland-Geschäfte hatten, bleibt abzuwarten.

Putins Falle für westliche Banken – Raiffeisenbank gerät „zu Unrecht“ in Rechtsstreit mit Russland

Zuletzt geriet die Raiffeisenbank in einen schweren Rechtsstreit mit Russland. Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) hatte versucht, sich aus dem russischen Geschäft zurückzuziehen. Doch ein russisches Gericht blockiert nun den Rückzug. Es habe eine einstweilige Verfügung erlassen, die es der Bank verbietet, ihre Tochterbank in Russland zu verkaufen, teilte die RBI mit.

Die Entscheidung des russischen Gerichts werde die Ausstiegspläne verzögern, erklärte die RBI im September 2024, die eine wichtige Rolle im russischen Bankensektor gespielt hatte. Anfang 2023 waren noch etwa 30 Prozent aller Euro- und Dollar-Transfers aus Russland im internationalen Zahlungssystem Swift über die RBI gelaufen. Mittlerweile hat die Raiffeisen Bank jedoch ihr Russland-Geschäft stark eingeschränkt. Fremdwährungs-Transaktionen würden nur noch für einige internationale Kunden durchgeführt, sagte ein RBI-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Trotz Ukraine-Krieg: Raiffeisenbank führt Geschäfte in Russland – und gerät unter Druck

Die Raiffeisenbank war wiederholt in Kritik geraten, weil sie als eine der letzten westlichen Banken noch in Weißrussland und Russland tätig ist – und Millionen an Steuergeldern zahlt, die direkt in die Kriegskasse des Kreml-Diktators Wladimir Putin fließen. Im Mai hatten die Vereinigten Staaten der RBI gar gedroht, ihren Zugang zum US-Finanzsystem einschränken zu wollen. Das hatte damals die Nachrichtenagentur Reuters vermeldet. Am 6. Mai soll die RBI dazu eine schriftliche Warnung vom stellvertretenden US-Finanzminister Wally Adeyemo erhalten haben. Die EZB hatte gefordert, dass die RBI ihre Russland-Geschäfte bis 2026 um 65 Prozent zurückfährt, verglichen mit dem dritten Quartal 2023.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alexander Kazakov/Kremlin Pool

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