VonArmin T. Linderschließen
Eine bekannte deutsche Restaurant-Kette musste einen Insolvenzantrag stellen. Die Lokale sollen weitergeführt werden – doch das erste hat schon dicht gemacht.
München/Berlin – Die deutsche Restaurant- und Bar-Kette Sausalitos ist in Schieflage geraten. Dass sie einen Insolvenzantrag gestellt hat, wurde schon vor einigen Tagen, genauer gesagt am 19. März, publik. Die Kette hat rund 40 Filialen, alleine zwölf davon in NRW.
Sausalitos stellt Insolvenzantrag – Erstes Restaurant in Essen (NRW) plötzlich geschlossen
Ursache für den Insolvenzantrag seien „die anhaltenden Auswirkungen des geänderten Kundenverhaltens seit der Corona-Pandemie und die damit für die gesamte Gastronomie verbundenen Gästerückgänge“, erklärte am 19. März der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Schuster. Sausalitos habe „ein sehr gutes, junges Image in Deutschland“ und sei „Marktführer im mexikanisch-amerikanischen Gastro-Bar-Konzept“, erklärten die Geschäftsführer. Das erste Restaurant hatte 1994 in Ingolstadt geöffnet.
Der Betrieb werde fortgeführt, hieß es, die Filialen blieben für die Gäste geöffnet. Doch dass dem nicht mit allen Lokalen so ist, zeigt sich in der Zwischenzeit in Nordrhein-Westfalen. Denn eine Woche später, am 26. März, postete das Sausalitos in Essen-Rüttenscheid bei Instagram eine Botschaft: „Hola Amigas und Amigos, leider mussten wir unseren Betrieb schließen. Aber unsere Bar am Markt 1 ist weiterhin für euch geöffnet.“
Sausalitos stellt Insolvenzantrag – Auch Lokal in Berlin macht zu
Die Filiale sei seit dem Wochenende vom 22. und 23. März geschlossen, bestätigte der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters der Bild. Das nächste Lokal, das dichtmachen wird, steht auch bereits fest: Die Tage der Filiale in der Oranienburger Straße in Berlin sind gezählt. „Auch diese Filiale muss wegen der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung schließen“, so der Sprecher. Beide Lokale hätten aus wirtschaftlicher Sicht bereits vor dem Insolvenzverfahren geschlossen werden müssen.
Die Löhne und Gehälter der mehr als 1000 Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate bis einschließlich Ende Mai gesichert, teilte Sausalitos mit. „Unser Ziel ist es, den Betrieb zunächst fortzuführen und zeitnah einen Investor für Sausalitos als Systemgastronomie-Konzept zu finden“, sagte Schuster. Ebenfalls in Schieflage ist Galeria geraten – und lädt nun in einer ungewöhnlichen Maßnahme zur „Kaufhaus-WG“. (lin/dpa/AFP)
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