150 Millionen Euro

Großer Autobauer setzt auf Deutschland – und plant umfangreiche Investitionen

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Während heimische Autohersteller oft mit dem Standort Deutschland hadern, plant der Wettbewerber Hyundai hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Offenbach/Rüsselsheim – Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht unter Druck, das gilt auch für die Autoindustrie. Heimische Hersteller sehen sich neben bürokratischen Hürden einem hohen Kostendruck konfrontiert und verlagern auch aus diesem Grund viele Kapazitäten ins Ausland, wo die Rahmenbedingungen attraktiver sind.

So hat Europas größter Autobauer Volkswagen weltweit ganze 49 Fertigungsstätten für Fahrzeuge und Komponenten, selbst der traditionsreiche Bestseller VW Golf wird 2027 ins mexikanische Puebla ausgelagert. Während hierzulande viele Unternehmen mit dem Standort Deutschland hadern, bekennt sich die Importmarke Hyundai zu Deutschland.

Hyundai investiert in Standort Deutschland – Investitionen von rund 150 Mio. Euro

Entgegen dem allgemeinen Trend zur Abwanderung investiert der koreanische Autobauer kräftig in die in Hessen ansässigen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Ein Sprecher des Herstellers erklärt gegenüber IPPEN.MEDIA, die Investitionen in der Bundesrepublik belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro.

Im Europe Technical Center in Rüsselsheim plant Hyundai die Eröffnung eines neuen „Square Campus“: Die moderne Entwicklungsanlage erstreckt sich über 25.000 Quadratmeter und wird nach eigenen Angaben den größten Prüfstand des Konzerns sowie innovative Teststände für Fahrwerke und Antriebsstränge umfassen. Der Fokus liegt auf der Optimierung von Elektroautos, der Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und Elektrifizierungstechnologien.

In einer Mitteilung hebt Hyundai die Bedeutung von Nachhaltigkeit hervor: Umweltfreundliche Baumaterialien, Photovoltaikanlagen und Wärmepumpensysteme gehören zur Grundausstattung des „Square Campus“.

Elektroauto-Technik aus dem Hause Hyundai: Der koreanische Hersteller investiert in den Standort Deutschland (Symbolbild).

Für Hyundai ist Deutschland „das schlagende Herz der europäischen Autoindustrie“

Zusätzlich sollen Dachgärten und hybride Arbeitsplätze für die Beschäftigten ein inspirierendes Arbeitsumfeld schaffen. Diesbezüglich liegt die Zahl von Hyundai Motor Deutschland übrigens derzeit bei 640, geht es nach der Website Wer-zu-wem.de.

„Deutschland ist nach wie vor das schlagende Herz der europäischen Automobilindustrie. Unsere Investition in dieses leistungsstarke Ökosystem zeigt unser Vertrauen in die technische Kompetenz und Innovationskraft der Rhein-Main-Region“, erklärt der Tyrone Johnson, Manager des europäischen Testcenters von Hyundai.

Auch das Testzentrum am Nürburgring in Rheinland-Pfalz wird etwas erweitert: Die Anlage wächst um 834 Quadratmeter, was laut Hersteller die Innovationskraft von Hyundai im Bereich Hochleistungs- und Elektromobilität stärkt. Die traditionsreiche Rennstrecke in der Eifel ist seit langem ein integraler Bestandteil der Hyundai-Entwicklungsarbeit und spielt bei der Entwicklung von Performance-Fahrzeugen eine zentrale Rolle.

Hyundai plant weitere Jobs in mehreren Technologiefeldern

Hyundai verfolgt nach wie vor das Ziel, ab 2035 ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge in Europa anzubieten. Die Investitionen in Deutschland sollen zudem neue Karrierechancen für Ingenieure in Bereichen wie elektrischen Antriebssträngen, ADAS und Fahrzeugdynamik schaffen.

Zeitenjagd auf Nordschleife: Diese 10 Elektroautos waren am schnellsten

Porsche Taycan Turbo auf der IAA.
Platz 9 – Porsche Taycan Turbo: Die Zuffenhausener sind fast schon Stammgast in der Eifel. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis man nach dem Rekord für in Serie gebaute Elektroautos greift. Und so schickten die Schwaben 2019 einen Vorserien Taycan Turbo auf die Nordschleife. Die offizielle Zeit: 7:42,3. Ein neuer Rekord! Übrigens: Der BMW M4 CS der vorherigen Generation war genauso schnell. © Manfred Segerer/Imago
Tesla Model S
Platz 8 – Tesla Model S Plaid: Wo es um Elektroautos geht, ist Tesla nicht weit weg. Und so wollten die Amerikaner auch den Rundenrekord auf der Nordschleife. Um Porsche abzulösen, schickte man 2021 das Model S Plaid ins Rennen. Mit Erfolg: Das 1.020 PS starke Elektroauto durchquerte die Grüne Hölle in 7:35,5 Minuten. Es war der Anfang eines Duells um die Bestzeit. © Tesla
Porsche Taycan Turbo S auf der Nordschleife.
Platz 7 – Porsche Taycan Turbo S: Nur ein Jahr später schickte sich Porsche an den Tesla-Rekord zu knacken. Dieses Mal sollte es der Taycan Turbo S richten. Und er pulverisierte die Bestmarke der Texaner. Mit 7:33,3 Minuten war er knapp zehn Sekunden schneller als das Model S Plaid. © Porsche
Tesla Model S auf der Nordschleife.
Platz 6 – Tesla Model S Plaid Track Pack: Im Jahr 2023 folgte dann ein weiterer Anlauf von Tesla. Dieses Mal war das Model S Plaid zusätzlich noch mit dem Track Pack ausgestattet. Perfekte Voraussetzungen für einen Trackday mit Rundenrekord. Und den schnappten sich die Texaner auch. Die Zeit: 7:25,2 Minuten. Satte 8,1 Sekunden schneller als Porsche. © Tesla
Toyota TMG EV P002 auf der Nordschleife.
Platz 5 – Toyota TMG EV P002: Der Name dieses Stromers ist ähnlich kryptisch, wie der des ersten Elektro-Toyotas bz4X. Dahinter verbirgt sich aber ein elektrischer Prototyp eines Rennautos mit 469 PS. Mit 7:22,32 stellte Toyota 2012 für kurze Zeit den Rekord für Elektroautos auf der Nordschleife auf. © Toyota Gazoo Racing Europe
Porsche Taycan Turbo GT auf der Nordschleife.
Platz 4 – Porsche Taycan Turbo GT: Und täglich grüßt das Murmeltier oder in diesem Fall Zuffenhausen. Im Januar 2024 schickte die VW-Tochter einmal mehr eine Vorserienversion des Elektrosportlers auf die Nordschleife, um den Tesla Rekord einzustellen. Und das gelang eindrucksvoll. Mit 7:07,5 Minuten blieb man nur knapp über sieben Minuten. Platz drei verpasste der Taycan um grade einmal 2,3 Sekunden. Zeitgleich war man knappe 18 Sekunden schneller als Dauerkonkurrent Tesla. © Sebastian Kubatz/Porsche
Rimac Nevera
Platz 3 – Rimac Nevera: Mit einer Zeit von 7:05,2 ist das Hypercar hauch dünn, das schnellste Serien-Elektroauto auf der Nordschleife. Die 1.088 PS haben bei der Rekordfahrt Ende 2023 sicherlich geholfen, um Porsche, Tesla und Co. hinter sich zu lassen. Den Sprint von null auf 100 schafft der Nevera in 1,7 Sekunden. Auch abseits der Grünen Hölle ist er somit eines der schnellsten Elektroautos auf dem Markt. Zudem hält der Sportwagen einen Weltrekord für die höchste Geschwindigkeit im Rückwärtsgang. © Cover-Images/Imago
NIO EP9
Platz 2 – NIO EP9: Auch wenn der Sportwagen zwischen 2016 und 2019 für etwa 1,55 Millionen Euro verkauft wurde, ein Serienfahrzeug ist er nicht. Lediglich zehn Exemplare wurden gebaut. Auf der Nordschleife durfte das 1.360-PS-Monster 2017 zeigen, was in ihm steckt. Und das ist einiges: Als erstes Elektroauto bezwang er die Grüne Hölle in unter sieben Minuten. Und zwar deutlich. Am Ende zeigte die Stoppuhr 6:45,9 Minuten. Beim ersten Versuch im Vorjahr blieb das Hypercar mit 7:05,12 Minuten noch knapp darüber. © Pond5 Images/Imago
Ein Lotus Elvija X auf der Nordschleife.
Platz 2 – Lotus Elvija X: Schon die Serienversion des Elektro-Hypercars ist beeindruckend. 2.039 PS katapultieren den Lotus Elvija in 9,1 Sekunden auf Tempo 300, das maximale Drehmoment beträgt 1.704 Newtonmeter. Daran hat sich auch bei der Nordschleifen-Version nichts geändert. Lediglich an der Aerodynamik hat Lotus geschraubt. Der Elvija X trägt einen massiven Heckflügel sowie einen ausgeprägten Frontsplitter und Luftleitbleche. Hinzu kommen Karbonbremsen und Rennreifen von Pirelli. Mit diesen minimalen Modifikationen brannte das Hypercar eine Zeit von 6:24,047 Minuten in den Asphalt der Grünen Hölle. Damit ist es das schnellste Auto mit Serienfahrwerk. © Lotus
VW ID.R auf der Nordschleife.
Platz 1 – VW ID.R: Noch bevor Volkswagen voll auf Elektro gesetzt hat, experimentierte man in Wolfsburg mit dem Alternativ-Antrieb herum. Heraus kam der ID.R. Mit 680 PS und weniger als 1.100 kg Gewicht war die Studie ein offensichtlicher Kandidat für den Elektro-Rekord in der Eifel. 2019 war es dann so weit und die Grüne Hölle war kein Gegner für den ID.R. Der Elektrorenner brauchte nur 6:05,3 Minuten für die Nordschleife. Damit ist er mit deutlichem Abstand der schnellste Stromer auf der Kult-Strecke. Einzig der Porsche 919 Hybrid Evo legte die 23 Kilometer schneller zurück. © Bildagentur Kräling/Volkswagen

Die Erweiterung des Entwicklungszentrums am Nürburgring unterstreiche das „anhaltende Engagement, mit den Marken Hyundai, Kia und Genesis Innovationen im Automobilbereich voranzutreiben“, erläutert der Autobauer aus Südkorea – der nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitsamt der Tochtermarken gemessen am Absatz der drittgrößte Autobauer der Welt ist.

Johnson spricht bei den Maßnahmen für die hiesigen Standorte von einem „wichtigen Schritt zur Infrastruktur“, außerdem zeige die Hyundai Motor Deutschland (HMD) „unser Vertrauen in das Wachstum der Elektromobilität“.

Weniger Wachstum für Hyundai – Europa nicht der wichtigste Markt

Dabei kann sich auch Hyundai der Wirtschaftsflaute in großen Märkten nicht verschließen: Der Anbieter rechnet nach einem Gewinnrückgang im vierten Quartal für dieses Jahr mit einer Halbierung seines Umsatzwachstums. Der Umsatz werde 2025 um drei bis vier Prozent zulegen nach 7,7 Prozent im Vorjahr, teilte der Konzern nach Angaben der dpa mit. Die operative Marge werde zwischen sieben und acht Prozent liegen – nach 8,1 Prozent.

Hyundai baut seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Deutschland mit einem Campus-Neubau in Rüsselsheim aus.

Die Unsicherheiten hätten zugenommen, erklärte Hyundai und verwies neben der wirtschaftlichen Entwicklung auf die schleppende Nachfrage nach Elektroautos. Nordamerika und Südkorea sind die wichtigsten Absatzmärkte für Hyundai und Kia. (PF)

Rubriklistenbild: © IMAGO/CFOTO

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