Aussage zur Arbeitszeit

IG Metall schlägt Bundeskanzler Merz vor, sich „mal in drei Schichten ans Band zu stellen“

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Bundeskanzler Friedrich Merz spricht sich für mehr Arbeit im Land aus. Arbeitnehmervertreter üben scharfe Kritik an seiner Position.

Mannheim – Das Konzept der 4-Tage-Woche wird seit langem diskutiert und auch seit langem von den Verantwortlichen der Wirtschaft entschieden abgelehnt. Kult-Unternehmer Wolfgang Grupp bezeichnete die 4-Tage-Woche beispielsweise als „lächerlich“ und Mercedes-Boss Ola Källenius erklärte, man müsse stattdessen die „Ärmel hochkrempeln“. Der frisch gebackene Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht eine klassische 4-Tage-Woche zwar ebenfalls nicht als ausreichend an, plant aber den 8-Stunden-Tag abzuschaffen und stattdessen die tägliche Arbeitszeit auf zehn Stunden an vier Tagen pro Woche zu erhöhen.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

„Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten“, hatte der Regierungschef am Abend des 13. Mai auf dem CDU-Wirtschaftstag in Berlin erklärt. „Mit 4-Tage-Woche und Work-Life-Balance allein werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können.“ Die IG Metall Mannheim sieht diese Aussage aber als „zu einfach“ an. „Wir brauchen konstruktive Ideen zur Rettung des Standorts Deutschlands und keine Polemik á la Merz!“, heißt es in einer Mitteilung.

IG Metall Mannheim kritisiert Merz-Aussage: „Unser Problem liegt ganz woanders“

Zur Einordnung: Der Vorstoß der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD bedeutet konkret, dass an vier Tagen pro Woche mehr gearbeitet werden soll, um anschließend einen Tag freizuhaben. An der Wochenarbeitszeit von 40 Stunden soll dagegen nicht gerüttelt werden, weil Merz eben mehr und effizienteres Arbeiten fordert, um die kriselnde Wirtschaft anzukurbeln. „Unser Problem liegt ganz woanders, denn wir erleben in unseren Betrieben eine wirkliche heftige Phase von Standort- und Personalabbau“, macht der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Mannheim, Thomas Hahl, deutlich.

Statt mehr Arbeit würden die Betriebe in Mannheim und der Region eine Entlastung brauchen, so der Gewerkschafter. „Ich empfehle dem Bundeskanzler Friedrich Merz, sich mal in drei Schichten ans Band bei John Deere oder beim Benz (Mercedes-Benz, Anm.d.Red.) stellen oder in den Büros die Arbeit, mit fehlendem Personal, auszuüben“, führt Hahl aus. „Das sind Knochenjobs! Außerdem sind die regelmäßigen Schichtwechsel eine starke Belastung für die Beschäftigten.“

Die IG Metall schlägt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, links) vor, sich beispielsweise mal bei Mercedes-Benz ans Band zu stellen. (Fotomontage)

Bei höherer Tagesarbeitszeit müssten Abläufe neu gestaltet werden

Die Arbeitnehmervertreter kritisieren, dass bei einer höheren Tagesarbeitszeit ganze Tagesabläufe neugestaltet werden müssten, beispielsweise für die Kinderbetreuung. Es sei oft schwierig, die Arbeitszeit so zu gestalten, dass sie mit den Betreuungszeiten der Kinder in öffentlichen Einrichtungen übereinstimmen, verdeutlicht Hahl. „Ein Beschäftigter kann sich halt keine Nanny leisten, lieber Herr Merz.“ Für eine klassische 4-Tage-Woche hatte sich die IG Metall in der Vergangenheit aber ausgesprochen, sofern es „im Interesse der Beschäftigten ist“.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/Bernd Weißbrod/dpa

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