Rettung mit Hindernissen

Insolvenz eines deutschen Unternehmens durch Investoren abgewendet – dennoch müssen viele Mitarbeiter gehen

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Das, was derzeit etliche Unternehmen erhoffen, ist für Stark Druck eingetreten. Allerdings rettet der Zuschuss von Investoren nicht alle Arbeitsplätze im Unternehmen.

Pforzheim – Wie stark auch die Druckerei-Branche zu kämpfen hat, zeigte sich jüngst an der Insolvenz des Traditionsunternehmens Konradin aus Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg). Am Montag (5. Mai) hatte der Insolvenzverwalter das endgültige Aus von Konradin Druck verkündet, umso erfreulicher sind nur ein Tag später die Neuigkeiten aus der früheren Goldstadt Pforzheim (Baden-Württemberg).

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Das Unternehmen Stark Druck, das im November 2024 einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt hat, hat durch dieses eine Investorenlösung gefunden, wie aus einer am Dienstag (6. Mai) versandten Pressemitteilung hervorgeht. Dadurch kann ein Großteil der Arbeitsplätze in Pforzheim bewahrt werden, allerdings auch nicht alle. Erst vor wenigen Wochen hatte die Stadt Pforzheim ein Traditionsgeschäft verloren, das nach fast 100 Jahren schließen musste.

Stark Druck wird von zwei Investoren weitergeführt – 116 Mitarbeiter mussten aber gehen

Mit dem Schutzschirmverfahren wollte sich Stark Druck mit der Unterstützung der Rechtsanwälte Jochen Sedlitz und Julius Beck von der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger neu für die Zukunft aufstellen. „Unser Geschäftsmodell wird weiterhin umfassend nachgefragt“, hatte Geschäftsführer Günter Pecher im November erklärt. „Es gilt nun, die Weichen gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für eine nachhaltige Entwicklung zu stellen, dafür braucht es nun jeden einzelnen von uns.“

Name STARK Druck GmbH + Co. KG:
Sitz Pforzheim, Baden-Württemberg
Branche Druckerei
Mitarbeiter rund 600 (November 2024)

In der Mitteilung vom Dienstag heißt es nun, dass im Zuge des Investorenprozesses zwei Investoren gefunden wurden. Konkret werden die Beteiligungsgesellschaften Pentapart aus Essen und Aurona Capital aus München das Pforzheimer Unternehmen vollumfänglich übernehmen und weiterführen. Dadurch können über 300 Arbeitsplätze bewahrt werden, rund 116 Mitarbeitern musste aber gekündigt werden. Das Unternehmen setzte dabei auf einen möglichst sozial verträglichen Stellenabbau.

Die Stadt Pforzheim verliert kein weiteres Unternehmen. Stark Druck wird von Investoren weitergeführt.

Schutzschirmverfahren nur für Unternehmen mit konkreter Erfolgsaussicht möglich

In der Pressemitteilung vom November hatte Rechtsanwalt Jochen Sedlitz bereits erklärt, dass eine Sanierung im Schutzschirmverfahren nur für Unternehmen möglich ist, die rechtzeitig entsprechende Schritte einleiten und bei denen es eine begründete Erfolgsaussicht gibt. „Das Verfahren ist gut vorbereitet und wir sind davon überzeugt, mit unserem Plan in wenigen Monaten den Betrieb erfolgreich saniert zu haben.“ Das hat sich erfüllt, wenn auch nicht mit der gesamten Mannschaft.

Im Februar konnte eine insolvente Metallfirma aus der Insolvenz befreit werden, allerdings auch nicht ganz ohne den Verlust von Arbeitsplätzen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/Manuel Kamuf

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