- VonOlivia Kowalakschließen
Das Bankhaus Obotritia aus München kann seine Schulden nicht mehr begleichen. Die BaFin hat jedoch bekannt gegeben, dass für die rund 1.300 Anleger der Entschädigungsfall vorliegt.
München – Das Geldinstituts Obotritia ist in die Insolvenz gerutscht. Bereits vergangene Woche ist ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München gestellt worden. Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am 10. März mitteilt, hat das Gericht jetzt das Insolvenzverfahren eröffnet. Von der Pleite sind rund 1.300 Anleger betroffen. Vorläufer Insolvenzverwalter ist der BaFin zufolge Rechtsanwalt Michael Jaffé. Dieser sichert seit 2020 die restlichen Vermögenswerte des Wirecard-Konzerns.
Obotritia-Pleite: Entschädigung für Kunden bis zu 100.000 Euro
Wegen Zahlungsunfähigkeit des Bankenhauses ist ein Entschädigungsfall festgestellt worden. Laut BaFin sind die Einlagen der Kunden durch das Einlagensicherungsgesetz geschützt. Daher sei es möglich, die Ansprüche der Einleger zu prüfen und bis zu 100.000 Euro zu entschädigen. In besonderen Ausnahmefällen könne die Entschädigungssumme auch höher ausfallen, hieß es in der Mitteilung der BaFin weiter.
Einleger haben sechs Monate nach Einzahlung einen Anspruch auf Entschädigung von Einlagen bis zu 500.000 Euro, wie der Bankenverband weiter informiert. Die Bedingung dafür ist jedoch, dass die Einzahlung mit bestimmten Lebensereignissen zusammenhing. Dies können Verkauf einer privat genutzten Immobilie, Eheschließung, Scheidung, Renteneintritt, Ruhestand, Kündigung, Entlassung, Geburt eines Kindes, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Behinderung oder ein Todesfall sein.
Die Beträge müssen von den betroffenen Einlegern gesondert schriftlich unter Nachweis der anspruchsbegründenden Tatsachen glaubhaft gemacht werden, hieß es. Der Einlageschutz betrifft Sicht-, Termin- und Spareinlagen. Nicht geschützt seien andere Verbindlichkeiten wie Inhaberschuldverschreibungen und Zertifikate als auch Wertpapierdepots.
Immobilienmarkt im Wandel: Schwache nachfrage nach Gewerbeimmobilien
Obotritia GmbH hat sich seit 2019 vorrangig mit Gewerbeimmobilien beschäftigt und gehört zum Portfolio des Immobilieninvestors Rolf Elgeti. Im Zuge der Corona-Pandemie schlitterte dieser Sektor jedoch in die Krise. Der Einzelhandel und Büroimmobilienmarkt befindet sich seither in einem strukturellen Wandel.
Der Einzelhandel erlebt seit 2020 einen markanten Umsatzrückgang, was Auswirkungen auf die Nachfrage nach Ladenflächen hat. Unternehmen haben insbesondere während der Pandemie ihre Büroflächen wegen vermehrter Home-Office-Modelle verkleinert, Digitalisierung und demografischer Wandel beeinflussen die Einwicklung des Marktes künftig weiter.
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