VonAmy Walkerschließen
Die Insolvenz einer Männermarke fordert erste Opfer: Drei Filialen werden geschlossen. Die Gründe liegen in der hohen Inflation und schwächeren Kaufkraft.
Hannover – Die Fortschritte im Insolvenzverfahren des auf Herrenbekleidung spezialisierten Modehauses Wormland nehmen ihren Lauf. Am 25. März wurde das Eigenverwaltungsverfahren des Unternehmens in Hannover eingeleitet. Torsten Gutmann von der Kanzlei Pluta wurde vom Gericht als Insolvenzverwalter bestellt, um das Unternehmen bei der Rückkehr zur Profitabilität zu unterstützen.
Laut Berichten des Fachmagazins Textilwirtschaft wurde nun die Entscheidung getroffen, mindestens drei der zwölf in zehn deutschen Städten betriebenen Modehäuser zu schließen.
Drei Filialen von Wormland schließen für immer ihre Tore
Die betroffenen Filialen befinden sich in Nürnberg, Frankfurt am Main und Bremen/Sögestraße. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Standorte wurden bereits informiert. „Unser erklärtes Ziel war, alle Standorte zu erhalten. Leider haben wir es nicht geschafft, die Vermieter dieser Standorte für eine wirtschaftlich tragfähige Lösung zu gewinnen. Wormland verbindet eine jahrzehntelange Geschichte mit Frankfurt, Nürnberg und der Bremer Filiale Sögestraße, es arbeiten großartige Menschen in diesen Filialen. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl“, so die Wormland-Geschäftsführer Tim Kälberer, Peter Wolff und Bernd Sölter, zitiert vom Fachmagazin.
Die verbleibenden acht Standorte sollen weiterhin bestehen bleiben. Bis Ende Mai 2024 soll ein Insolvenzplan ausgearbeitet sein, währenddessen der Betrieb wie gewohnt weiterläuft. Insgesamt sind bei Wormland 400 Mitarbeiter beschäftigt.
Das Unternehmen Wormland wurde 1935 in Hannover von Theo Wormland gegründet, der als „Avantgardist der Herrenmode“ galt. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Filialen eröffnet.
Die hohe Inflation und die daraus resultierende schwächere Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher sollen laut Unternehmensangaben der Auslöser für das Insolvenzverfahren sein. Insbesondere die Bereiche Miete, Energie, Logistik und Personal seien von den inflationsbedingten Kostensteigerungen betroffen. Obwohl der Umsatz 2023 trotz rückläufiger Kundenfrequenz leicht über dem Vorjahr lag, konnten die Kosten nicht gedeckt werden.
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