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Kann der insolvente Textilhersteller Curt Bauer GmbH gerettet werden? Es bleibt unklar, wie es nun für das Traditionsunternehmen weitergeht.
Aue-Bad Schlema – Die Insolvenzwelle trifft auch die Textilbranche: Ende April 2024 musste der Traditionshersteller Curt Bauer GmbH aus Sachsen Insolvenz anmelden. Als Gründe wurden die Folgewirkungen der Corona-Pandemie und die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Vormaterialien und Energie angegeben. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch ist zuversichtlich, den Textilhersteller retten zu können.
Krise in der Textilbranche: Mehrere Insolvenzen – Zukunft von Curt Bauer GmbH ungewiss
Wie MDR Sachsen am 27. Mai 2024 berichtete, gibt es bereits mehrere Interessenten. Laut Bauch soll es am Montag (3. Juni 2024) erste Gespräche geben. „Es ist uns wirklich eine Herzensangelegenheit, das Unternehmen am Standort zu erhalten“, sagte Bauch dem MDR Sachsen. Nach Möglichkeit sollen alle 100 Beschäftigte weiter im Unternehmen arbeiten können. Im April 2024 hieß es, dass die Löhne und Gehälter der Belegschaft bis Ende Juni gesichert sind. Ab Juli soll Curt Bauer GmbH laut Bauch wieder so aufgestellt sein, dass die Löhne und Gehälter aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden können.
Seit über 135 Jahren gestaltet, produziert und vermarktet Curt Bauer Kollektionen von Tisch- und Bettwäsche im erzgebirgischen Aue-Bad Schlema. Fast 70 Prozent der Produktion werden heute in Länder wie die USA, in westafrikanische Länder, nach Russland oder China exportiert, gibt das Unternehmen auf der Webseite an.
Insolvenzen in Deutschland rollen weiter
Curt Bauer GmbH ist nicht der einzige Textilhersteller, der in Schieflage geriet. Auch eine bayerische Textilfirma ist betroffen. Im Mai 2024 musste Bodo Jagdberg nach 71 Jahren Insolvenz anmelden. Beim Amtsgericht in Aschaffenburg ging bereits vergangenen Mittwoch (8. Mai 2024) ein entsprechender Antrag ein. Im vergangenen Jahr hatte Geschäftsführer Knut Jagdberg in einem Interview mit Textilwirtschaft noch gesagt, dass zurzeit ein „Umdenken“ angebracht sei.
Auch ein großer Versandhändler aus Lüneburg hatte jüngst Insolvenz beantragt. Das Unternehmen Livario, das seinen Kunden Kostüme, Dirndl und Partyartikel anbietet, hat seinen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Lüneburg eingereicht und befindet sich seit Anfang Mai in einem Sanierungsprozess. Dies hatte zuerst der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet. Die Löhne der 110 Mitarbeiter des Unternehmens sind für die Monate April, Mai und Juni gesichert. Um die wirtschaftliche Situation zu verbessern, hat Livario eine Insolvenzverwalterin ernannt. Laut NDR ist sie entschlossen, den Betrieb zu stabilisieren. (bohy)
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