Nach der vorläufigen Insolvenz wurde für eine Schuh-Kette nun das formelle Verfahren eingeleitet. Die Sanierung dauert an, die Zukunft der Filialen ist weiterhin offen.
Fellbach – Im Juni hatte der Schuh-Händler Schuh Graf mit Sitz in Fellbach (Rems-Murr-Kreis, Baden-Württemberg) und insgesamt 27 Filialen in der Region einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das 1938 ursprünglich im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt gegründete Unternehmen verkauft Schuhe unter den Markennamen Schuh-Mann und QUICK SCHUH und beschäftigt insgesamt rund 160 Mitarbeiter. Rechtsanwalt Steffen Beck von der bundesweit tätigen Anwaltskanzlei PLUTA wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen.
Insolvenz von Schuh Graf: Filialen in Altensteig und Esslingen werden geschlossen
„Mit der Eröffnung des Verfahrens haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht“, erklärt Steffen Beck in der aktuellen Mitteilung zur Insolvenzeröffnung. „Jetzt gilt es, die eingeleiteten Maßnahmen weiter umzusetzen und mit den Beteiligten tragfähige Lösungen für die Zukunft des Unternehmens zu entwickeln.“ Da sich Schuh Graf künftig auf die wirtschaftlich rentablen Filialen im Netzwerk konzentrieren will, wird die Überprüfung der einzelnen Standorte fortgesetzt. Dabei gibt es bereits erste eingeleitete Maßnahmen, die konkret zwei Standorte betreffen.
Name
Schuh Graf GmbH & Co. KG
Gründung
1938 in Stuttgart-Bad Cannstatt
Sitz
Fellbach, Baden-Württemberg
Branche
Schuhhandel
Mitarbeiter
160 (2025)
Filialen
27 (25 in Baden-Württemberg, jeweils eine in Rheinland-Pfalz und Hessen)
Demnach werden die Schuh Mann-Filialen in Altensteig und Esslingen geschlossen und die dortigen Mitarbeiter wechseln an andere Standorte. Aussagen zu den verbleibenden Filialen des Schuh-Händlers können dagegen noch nicht getätigt werden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir unser Unternehmen gemeinsam mit unseren Partnern auf einen stabilen Kurs bringen können“, wird Geschäftsführer Götz M. Graf zitiert. „Unser Dank gilt insbesondere unseren Mitarbeitern, die den eingeschlagenen Weg mit großem Engagement unterstützen.“ Der Betrieb soll aber unter Vollkosten weitergeführt werden.
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Schuh Graf: Filialen werden weiterhin auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft
Die Fortsetzung der bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren angestoßenen Maßnahmen umfasst demnach weiterhin die Überprüfung der einzelnen Filialen von Schuh Graf sowie die Anpassung der Prozesse. „Das Verfahren zeigt, dass eine Sanierung im Rahmen der Eigenverwaltung im stationären Handel möglich ist“, erklärt Sachverwalter Tibor Daniel Braun von der Stuttgarter Kanzlei Illig Braun Krischnek. „Ich werde den Prozess weiterhin konstruktiv begleiten und die Interessen der Gläubiger wahren.“
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