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Ein Non-Food-Discounter hat im November 2024 Insolvenz im Schutzschirmverfahren angemeldet. Nun bekunden diverse Wettbewerber Interesse an der Übernahme von Filialen.
Frankfurt – Im November 2024 stellte die Kodi Diskontläden GmbH beim Amtsgericht Duisburg einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren. Dieses spezielle Insolvenz-Verfahren ermöglicht es Unternehmen, sich in Eigenregie zu restrukturieren, während die Geschäftsführung im Amt bleibt und von Restrukturierungsexperten unterstützt wird. Ziel ist es, bis zum Frühjahr 2025 einen Sanierungsplan zu erarbeiten, der das Unternehmen wieder profitabel macht
Die finanzielle Schieflage von Kodi resultiert aus mehreren Faktoren. Zum einen führte eine deutliche Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu massiven Umsatzverlusten in den vergangenen Monaten. Zum anderen belasten gestiegene Kosten für Energie, Fracht und Werbung das Unternehmen erheblich, meldet das Unternehmen in einer Pressemitteilung.
Nach der Kodi-Insolvenz: Diese Unternehmen sind interessiert
Laut der Lebensmittel Zeitung stößt das Filialnetz des angeschlagenen Non-Food-Discounters Kodi auf reges Interesse bei mehreren Unternehmen. Neben dem direkten Konkurrenten Tedi prüfen wohl auch andere Händler mögliche Übernahmen. Tedi, das bereits im Dezember 84 Filialen des früheren Mitbewerbers Pfennigpfeiffer übernommen hat, wie CHIP berichtet, könnte sich nun erneut vergrößern.
Auch die Edeka-Region Rhein-Ruhr soll wohl laut Brancheninsidern einige der Kodi-Standorte im Blick haben. Zwar sind die durchschnittlich 350 Quadratmeter großen Verkaufsflächen für klassische Edeka-Märkte ungeeignet, jedoch könnten sie in das Getränkemarkt-Format Trinkgut integriert werden. Eine offizielle Bestätigung seitens Edeka blieb bislang aus.
Darüber hinaus führt der türkische Supermarktbetreiber Canan Karadag aus Köln Gespräche über die Übernahme von zehn Kodi-Filialen. Seine Pläne sehen vor, die Standorte unter der Marke Karadag weiterzuführen und somit seine Filialanzahl zu verdoppeln.
Betrieb von Kodi geht trotz der Insolvenz vorerst weiter – Löhne auch
Während des Schutzschirmverfahrens wird der Geschäftsbetrieb von Kodi mit allen 238 Filialen und rund 1.800 Beschäftigten uneingeschränkt fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis auf Weiteres gesichert. Die Restrukturierungsexperten arbeiten intensiv an einem Sanierungsplan, der dem Gericht und den Gläubigern im Frühjahr 2025 vorgelegt werden soll, berichtet die Welt. Ob und in welchem Umfang es zu Filialübernahmen durch Wettbewerber kommt, hängt von den Ergebnissen der Sanierungsbemühungen und den Verhandlungen mit potenziellen Interessenten ab.
Die Entwicklungen rund um Kodi verdeutlichen die Herausforderungen, denen mittelständische Non-Food-Discounter in Deutschland aktuell gegenüberstehen. Steigender Wettbewerbsdruck, verändertes Konsumverhalten und erhöhte Betriebskosten erfordern von den Unternehmen Anpassungsstrategien, um langfristig am Markt bestehen zu können.
Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa
