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Die insolvente Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof versucht alle seine Filialen zu behalten, doch 16 Standorte sind unrentabel. Welche Folgen das hat.
Essen – Galeria Karstadt Kaufhof steckt erneut mitten in der Krise. Im Zuge der Pleite des Mutterkonzerns Signa, musste auch die Warenhauskette einen Insolvenzantrag stellen – der dritte innerhalb weniger Jahre. Die Zukunft des Unternehmens aus Essen ist derzeit so unklar, wie lange nicht. Unter anderem, da einige Standorte derzeit rote Zahlen schreiben. „Wir haben 16 Filialen, die durch die zu hohen Mieten unrentabel sind“, sagte Galeria-Chef Olivier Van den Bossche der WAZ am Donnerstag (1. Februar).
Zukunft der 16 Galeria-Filialen unklar – Warenhauskonzern blickt dennoch optimistisch in die Zukunft
Da die 16 betroffenen Standorte nach Angaben des Galeria-Geschäftsführers ansonsten wirtschaftlich gut laufen, möchte der Warenhauskonzern die jeweiligen Mieten drücken. Problem nur: die Filialen gehören vor allem dem angeschlagenen Signa-Konzern, von dem sich die Kette eigentlich komplett lösen will. Doch das bedeute laut Van den Bossche nicht zwangsläufig, dass die Geschäfte deshalb auch schließen müssten. Das käme ganz darauf an, „wie die Verhandlungen laufen“, so der Warenhauschef. Vielmehr wäre es weiterhin das Ziel, alle 92 Galeria-Standorte zu erhalten. Van den Bossche zeigt sich ziemlich optimistisch, dass das auch gelingen kann. Demnach sei das Weihnachtsgeschäft insgesamt sehr gut gelaufen. Die Umsätze lagen im letzten Quartal 2023, von Oktober bis Dezember, über denen des Vorjahres.
Um den selbst beschworenen „Befreiungsschlag“ von Signa zu schaffen, braucht Galeria Karstadt Kaufhof aber einen oder mehrere neue Investoren. Dabei will man eine Zerschlagung möglichst vermeiden. Man habe den Plan, einen Investor für Galeria Karstadt Kaufhof als Ganzes zu finden, sagt Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus der WAZ. Deshalb würde man auch bevorzugt mit Käufern sprechen, die die Warenhauskette komplett weiterführen wollen.
Galeria-Verkauf soll bereits im April abgeschlossen sein
Dass man bei Galeria trotz Insolvenzverfahren guter Dinge ist, zeigt auch der aktuelle Zeitplan bei der Investorensuche. „Unser Ziel ist, die Verträge spätestens im April unterschrieben zu haben“, sagt der Insolvenzverwalter Denkhaus. Bis zum 11. Februar können demnach Interessenten unverbindlich ihr Interesse anmelden. Die Frist für verbindliche Angebote endet dann am 8. März. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist für Anfang April vorgesehen.
Aber bereits jetzt hätten sich laut Denkhaus viele potenzielle Investoren gemeldet. Es müsse dabei ganz klar das Ziel sein, „dass das die letzte Insolvenz ist“, so der Galeria-Insolvenzverwalter. Auch Einzelhandelsexperte Peter Kenning glaubt, dass diese die letzte Insolvenz des Warenhauskonzerns gewesen sein könnte – aber aus ganz anderen Gründen. Er zeigte sich im Dezember noch äußerst skeptisch, dass Galeria einen neuen Investor wird finden können. Weshalb er auch ziemlich sicher von Filialschließungen ausgeht. (os mit dpa)
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