VonAmy Walkerschließen
Die Deutsche Rentenversicherung schlägt Alarm: Die Kürzungspläne der Bundesregierung könnten die Beiträge in die Höhe treiben. Ein Puffer für demografische Herausforderungen schwindet.
Berlin – Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor einer möglichen Erhöhung der Beiträge, die auf die Kürzungspläne der Bundesregierung beim Bundeszuschuss zur Rentenkasse zurückzuführen sind. Derzeit beträgt der Beitrag, der zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt wird, 18,6 Prozent.
Die Rentenversicherung kritisiert in einer Stellungnahme, dass die Bundesregierung durch die Kürzung ihren Finanzierungsanteil nicht einhält. „Mit der nochmaligen Kürzung des Bundeszuschusses in dreistelliger Millionenhöhe bricht der Bund wiederholt feste Finanzierungszusagen gegenüber der Rentenversicherung. Die Konsolidierung des Bundeshaushalts hat hohe Priorität. Doch darf sie nicht zu Lasten der Rentenversicherung gehen“, lautet die genaue Formulierung der Rentenkasse.
Die Entscheidung der Ampelkoalition bringt laut Rentenversicherung „kein wirklicher Spareffekt“
Im Rahmen des aktuellen Sparpakets der Regierung hat das Bundeskabinett eine Kürzung des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung für die Jahre 2024 bis 2027 um jeweils 600 Millionen Euro beschlossen. Die Rentenversicherung betont, dass dadurch die Reserve der Rentenkasse, die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage, in den kommenden Jahren schneller abgebaut wird, um die Rentenzahlungen zu finanzieren.
„Mit der Entscheidung entsteht auch kein wirklicher Spareffekt, denn an den Ausgaben der Rentenversicherung ändert sich nichts. Die Rücklage der Rentenversicherung ist derzeit noch gut gefüllt, weil seit längerem höhere Beiträge gezahlt werden als erforderlich. Die Beitragszahler haben so einen Puffer für die anstehenden demografischen Herausforderungen geschaffen.“
Die Nachhaltigkeitsrücklage wird jedoch durch den Ampel-Haushalt geschwächt, was eine frühere Anhebung der Beiträge als bisher erforderlich machen würde. „Um die Nachhaltigkeitsrücklage wieder aufzufüllen, muss der Beitragssatz zur Rentenversicherung früher als bislang vorgesehen angehoben werden.“ Dies würde eine zusätzliche Belastung für die Versicherten und Arbeitgeber bedeuten, die die Beiträge zahlen.
Ampel-Haushalt: Renten-Erhöhung nicht in Gefahr
Es gab lange Zeit Spekulationen über die Auswirkungen der Rentenkürzung auf die Rentenversicherung. Anfangs wurde befürchtet, dass die geplante Rentenerhöhung im Jahr 2024 geringer ausfallen könnte. „Die Kürzung des Bundeszuschusses hat keine Auswirkungen auf die Rentenanpassung im Jahr 2024“, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Dezember.
Die Rentenversicherung hat bisher mit einer Rentenerhöhung von 3,5 Prozent gerechnet. In diesem Jahr stiegen die Renten um 4,39 Prozent im Westen und 5,86 Prozent im Osten. Die Erhöhung der Renten im Jahr 2024 ist jedoch nicht in Gefahr.
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