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Mehr als drei Millionen arbeitslos: In diesen Städten ist die Quote am höchsten

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In Deutschland sind mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos. Die Quote ist regional sehr unterschiedlich. In einer Stadt hat rund jede(r) Siebte keinen Job.

So viele Arbeitslose wie jetzt hat es zuletzt im Februar 2015 gegeben: Mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland haben derzeit keinen Job. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 6,4 Prozent. Regional gibt es allerdings sehr starke Unterschiede. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor, die die Frankfurter Rundschau von Ippen.Media ausgewertet hat.

Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist erstmals seit zehn Jahren wieder auf mehr als drei Millionen Menschen gestiegen. Unsere Übersicht zeigt, wo sie am höchsten ist.

Arbeitslosenquote in Deutschland: Niedrigste Werte in Bayern – höchste in Stadtstaaten

Bezogen auf die Bundesländer ist die Arbeitslosenquote in den wirtschaftsstarken Ländern Bayern und Baden-Württemberg am niedrigsten. Hier sind 4,0 beziehungsweise 4,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung arbeitslos. Unter dem Schnitt liegen auch Rheinland-Pfalz (5,4 Prozent), Hessen (5,7), Schleswig-Holstein (5,9) und Niedersachsen (6,0).

Sämtliche ostdeutsche Bundesländer liegen über dem Durchschnitt, ebenso das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (7,8). Am höchsten ist die Arbeitslosenquote in den Stadtstaaten, allen voran in Berlin (10,1) und Bremen (11,5). Die Zahlen beziehen sich auf die Durchschnittswerte der zurückliegenden zwölf Monate, gehen also auf die Zeit von September 2024 bis August 2025.

Höchste Arbeitslosigkeit in NRW-Stadt: Jeder siebte in Gelsenkirchen ohne Job

Die hohen Werte der Stadtstaaten kommen nicht überraschend. Die hohe Arbeitslosenquote liegt unter anderem an strukturellen Arbeitsmarktprobleme in urbanen Ballungsräumen und einem höheren Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. So weisen auch andere größere beziehungsweise strukturschwache Städte hohe Arbeitslosenquoten aus, wie der detaillierte Blick auf die Werte aller Landkreise und kreisfreien Städte zeigt.

Am höchsten ist die Arbeitslosenquote in Gelsenkirchen, wo 15,1 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung keinen Job haben. Die Stadt im Ruhrgebiet hat auch die höchste Bürgergeldquote, wie unsere Sozialhilfekarte zeigt. Hoch ist die Arbeitslosenquote auch in Bremerhaven (14,6 Prozent), das zum Bundesland Bremen gehört, sowie in mehreren NRW-Städten wie Duisburg (13,1), Hagen (12,2), Herne (12,1), Dortmund (11,9), Essen (11,2), Krefeld (11,1), Mönchengladbach (10,7) oder Wuppertal (10,1).

Unter den 20 Orten mit der höchsten Arbeitslosigkeit befinden sich auch Regionen in anderen Bundesländern, etwa Pirmasens in Rheinland-Pfalz (12,3), Wilhelmshaven (11,4), Delmenhorst (10,8) und Salzgitter (10,1) in Niedersachsen oder Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern (10,6),

Städte dominieren die Tabelle der höchsten Werten; es sind aber auch einige Landkreise vertreten. Hoch ist die Arbeitslosenquote in der brandenburgischen Uckermark (11,5) in Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (10,3) sowie im saarländischen Regionalverband Saarbrücken (10,1).

Niedrigste Arbeitslosenquote in bayerischen Landkreisen

Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote in den bayerischen Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen sowie Unterallgäu (je 2,4 Prozent). Ohnehin dominieren Landkreise im Freistaat die Orte mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten. Einzige nicht-bayerische Kreise in den Top 40 sind die vier baden-württembergischen Regionen Biberach (2,7 Prozent), Alb-Donau-Kreis (3,0), Ravensburg (3,1) und Emmendingen (3,2).

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Patrick Pleul/IPPEN.MEDIA (Montage)

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