Bedrohte Jobs

Keine Roboter-Friseure oder Gärtner: KI ist für Mittelschicht im Büro bedrohlicher als für Arbeiter

  • schließen

Der Ökonom Sussmann erwartet, dass die KI nur die am besten und am schlechtesten bezahlten Arbeiten für die Menschen übrig lässt. Der Mittelstand bleibt auf der Strecke.

München - Laut einer Studie der Bank Goldman Sachs könnte Künstliche Intelligenz (KI) 300 Millionen Arbeitsplätze ersetzen. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite sagt Verdi-Gewerkschafterin Nadine Müller, sie kenne keine Fälle, in denen neue KI-Technik absehbar ganze Berufe ersetzt. Und Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln meint, Forscher hätten bislang nicht feststellen können, dass wegen der KI-Technologie weniger Menschen Arbeit hätten.

Polarisierung des Arbeitsmarktes: Für die einfachsten Aufgaben braucht es einen Menschen

Daniel Susskind hat nun in einem Interview, das zuerst bei Le Figaro erschien und für die Welt übersetzt wurde, einen interessanten Aspekt ins Spiel gebracht. Der Ökonom von der Oxford University bezieht sich auf das Moravecsches Paradox, benannt nach dem Science-Fiction-Autor und Informatiker Hans Moravec.

Ein Landschaftsgärtner wird wohl nicht durch eine KI ersetzt werden können

Moravec „... sagte, dass gerade die Dinge, die wir mit unseren Händen am einfachsten durchführen können, am schwierigsten zu automatisieren sind“, so Susskind. Das sei auch der Grund, warum es keine Roboter-Friseure oder -Gärtner gebe, wohl aber Systeme und Maschinen, die medizinische Diagnose erstellten oder juristische Dokumente redigierten.

Ein Auto zu fahren oder einen Vogel mit einem schnellen Blick zu identifizieren, seien bis vor kurzem Tätigkeiten gewesen, die Wirtschaftswissenschaftler für schwer automatisierbar hielten. „Und doch ist das bei den meisten dieser Tätigkeiten mittlerweile der Fall.“

Übrig bleiben qualitativ minderwertige und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze

Die Folge bezeichnen Wirtschaftswissenschaftler laut Sussmann als Polarisierung des Arbeitsmarktes. „Es gibt Aufgaben, die von den bestbezahlten Arbeitern der Gesellschaft durchgeführt werden und nur sehr schwer zu automatisieren sind, und andere Aufgaben, die von den am schlechtesten bezahlten Arbeitern erledigt werden, da sie entweder schwer automatisierbar sind oder eine solche Automatisierung nicht rentabel wäre.“

Dies würde zu einem Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt führen, mit vielen schlecht bezahlten und qualitativ minderwertigen Arbeitsplätzen und einigen wenigen besser bezahlten und qualitativ hochwertigeren Arbeitsplätzen, die nach und nach ebenfalls von der Technologie aufgezehrt würden.

„Tatsächlich handelt es sich bei einer großen Anzahl von Jobs, die von der Technologie übernommen wurden, um eher durchschnittlich qualifizierte und mittelmäßig bezahlte, die traditionell eigentlich zahlreichen Personen der Mittelschicht eine komfortable und sichere Existenz bieten“, so Sussmann. Diese Arbeitsplätze seien nun zunehmend bedroht.

Die gibt’s doch gar nicht: Künstliche Intelligenz erzeugt gewagte Cabrio-Versionen

Eine KI-basierte Cabrioversion des Dacia Duster
Der Dacia Duster ist vor allem bei einer preisbewussten Kundschaft sehr beliebt. Mittels Künstlicher Intelligenz hat das Gebrauchtwagenportal Heycar eine interessante Cabrio-Version des Budget-SUVs kreiert. Die hinteren Türen scheinen gegenläufig zu öffnen – ein Überrollbügel sorgt für Sicherheit. Die Computer-Version erinnert mit dem kantigen Heck etwas an 1980er-Jahre-Fahrzeuge – dennoch: keine unspannende Idee. © Heycar
KI-Cabrio-Version eines Opel mokka
Auch vom Kompakt-SUV Opel Mokka hat die Gebrauchtwagenplattform mithilfe von KI eine Cabrio-Variante erstellt. Warum allerdings die erste Generation und nicht das aktuelle Modell mit der „Vizor“-Front als Basis ausgewählt wurde? Das weiß wohl nur die Maschine. © Heycar
Eine mithilfe von KI generierte Cabrio-Version des Tesla Model 3
Ein Tesla-Cabrio ist aktuell ab Werk nicht zu bekommen. Wie eine offene Version des Model 3 aussehen könnte, zeigt nun Heycar mithilfe von KI. Das Computer-Werk wirkt in diesem Fall besonders realistisch – und sieht auch durchaus ästhetisch aus. © Heycar
Ein mithilfe von KI generiertes Toyota Prius Cabrio
Am extravaganten Design des Toyota Prius scheiden sich seit jeher die Geister. Die von Heycar mithilfe von Künstlicher Intelligenz gestaltete Cabrio-Version hat aber durchaus etwas. Wobei vielleicht die Felgen noch etwas größer sein dürften – die Räder wirken in den Radkästen etwas verloren. © Heycar
Ein KI-generiertes ID. Buzz Cabrio
Mit dem T-Roc Cabrio und dem Range Rover Evoque Cabrio gibt es bereits tatsächlich zwei offene SUVs auf dem Markt. Aber ein Elektro-Kleinbus-Cabrio? Das gibt es bislang noch nicht. Wie ein ID.-Buzz-Cabrio aussehen könnte, zeigt die mittels KI generierte Version der Gebrauchtwagenplattform. Dem Entwurf merkt man allerdings nicht mehr wirklich an, dass es sich dabei um einen Kleinbus handeln soll. © Heycar
Eine durch KI generierte Cabrio-Version des BMW X7
Der BMW X7 ist ein wahres SUV-Schlachtschiff. Die von der Gebrauchtwagenplattform durch KI erzeugte Cabrio-Version wirkt im Vergleich allerdings fast schmächtig. Und bei der Wahl der Front hat die Künstliche Intelligenz offenbar auch nicht auf die aktuelle Modellversion zurückgegriffen. © Heycar
Ein mithilfe von KI generiertes Audi Q8 Cabrio
Der Audi Q8 ist ein echter Koloss. In der von Heycar mithilfe von Künstlicher Intelligenz kreierten Cabrio-Version wirkt er aber gar nicht einmal so wuchtig. Technisch wäre so etwas als Viertürer in der Realität wohl nur schwer umsetzbar.  © Heycar
Ein mithilfe von KI generiertes Skoda Octavia Cabrio
Ob man bei Skoda schon einmal über eine Cabrio-Version des Octavia nachgedacht hat? Der Entwurf, den die Gebrauchtwagenplattform hier mithilfe von KI erzeugt hat, wirkt jedenfalls relativ elegant. Vielleicht lässt sich der Autobauer hiervon ja inspirieren. © Heycar
Ein mithilfe von KI generiertes Mercedes EQS Cabrio
Zu den wahren Luxus-Stromern dieser Welt zählt auf jeden Fall auch der Mercedes EQS. Dass die Stuttgarter eines Tages eine Cabrio-Version auf den Markt bringen, ist wohl eher unwahrscheinlich. Der von Heycar mittels KI generierte Entwurf ist jedenfalls etwas gewöhnungsbedürftig. © Heycar
Eine mithilfe von KI generierte Cabrio-Version des Cupra Formentor
Die meisten Cabrio-Versionen, die von der Gebrauchtwagenplattform Heycar mithilfe von Künstlicher Intelligenz erzeugt wurde, stehen in einer Strand-Kulisse. Die offene Cupra-Formentor-Variante parkt allerdings in einer Art Kraterlandschaft. Warum? Das weiß wohl nur der Computer. © Heycar

KI auf dem Arbeitsmarkt: Neue Technologien könnten keine neuen Arbeitsplätze mehr schaffen

Sussmann geht auch darauf ein, wie sich die aktuelle Entwicklung von denen in der Vergangenheit unterscheidet. Früher sei die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch die Technologie mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze einhergegangen, die durch ebendiesen technischen Fortschritt erst ermöglicht wurden.

„Nun gibt es gute Gründe zu der Annahme, dass das in Zukunft nicht mehr der Fall sein wird“, so Sussmann. Das liege eben auch an der KI, die Arbeiten übernehmen könne, die man bisher nur dem Menschen zugetraut habe.

Rubriklistenbild: © U. J. Alexander/imago

Kommentare