VonAmy Walkerschließen
Die Bundesregierung will die Familienförderung umkrempeln. Ab 2025 soll es eine Kindergrundsicherung geben. Reiche Familien sollen dann weniger bekommen.
Berlin – Weniger Geld für reiche Familien, mehr für Bedürftige: Die Ampel-Koalition diskutiert über die Ausgestaltung der Kindergrundsicherung, die ab Januar 2025 eingeführt werden soll. Familienministerin Lisa Paus (Grüne) hat am Montag bestätigt, dass es ein Eckpunktepapier gibt. Und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bekräftigte: „Das wird also bald etwas werden.“
Kindergrundsicherung soll bisherige Leistungen bündeln
Was genau soll also kommen? Bekannt war bisher nur, dass die Kindergrundsicherung alle bisherigen Leistungen für Familien in einem Topf bündeln soll. Kindergeld, Kinderzuschlag, Regelsätze im Bürgergeld werden also alle unter den Schirm der Kindergrundsicherung fallen.
Eine Einigung soll in den kommenden Wochen stehen. Bisher bremst Finanzminister Christian Lindner (FDP), der den Geldhahn für das große sozialpolitische Vorhaben aufdrehen müsste. Um wie viel Geld genau es geht, darüber hüllen sich noch alle in Schweigen. Paus hatte vor Kurzem von rund zwölf Milliarden Euro gesprochen.
Kindergrundsicherung: SPD fordert 100 Euro mehr für alle
Es würde nämlich auf jeden Fall „Leistungsanpassungen“ geben, wie Paus am Montag sagte. Dem RND zufolge fordert die SPD konkret, dass jede Familie unabhängig vom Einkommen mindestens 100 Euro mehr im Monat bekommt. Also: Anstatt aktuell 250 Euro dann 350 Euro im Monat.
Begründet wird das damit, dass der Basisbetrag der Kindergrundsicherung – der heute noch Kindergeld heißt – damit über dem Kinderfreibetrag läge. Wohlhabende Familien profitieren nämlich besonders stark vom Kinderfreibetrag, der bei ungefähr 335 Euro im Monat liegt. „Wir setzen uns dafür ein, dass reiche Familien nicht länger überproportional gefördert werden“, sagte Sönke Rix, Vizefraktionschef der SPD, dem RND.
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