Tiefschlag für Österreich

Brenner-Streit eskaliert: Italien klagt – Südtirol befürchtet jetzt den totalen Kollaps

+
Stau auf der Brennerautobahn in Südtirol. Der Streit zwischen Österreich und Italien eskaliert immer weiter. (Archivfoto)
  • schließen

Der Brenner-Streit eskaliert weiter. Italien will gegen Österreichs Vorgehen klagen - mit dem Segen der EU. Südtirol fürchtet nun den Kollaps.

Bozen – Grüne Berghänge voller Weinreben, strahlend blauer Himmel und reine, erfrischende Bergluft. Diese Traumvorstellung von der Reise nach Südtirol steht aktuell immer öfter im krassen Gegensatz zur Realität – zumindest wenn man auf das Wipptal blickt.

Denn die dort beheimatete Brenner-Autobahn ist immer öfter durch kilometerlange Staus auf der italienischen Seite der Grenze (wie auch auf der bayerischen) blockiert. LKWs parken fast schon in Reih und Glied auf der rechten Fahrbahn der meist zweispurigen Autobahn. Die Folgen für die Luftqualität lassen sich erahnen.

Brenner-Streit zwischen Italien und Österreich eskaliert

Nun steht die nächste Eskalationsstufe im sogenannten Brenner-Streit kurz bevor. Die EU stimmte gerade erst Italien in vielen Punkten zu. Nachtfahrverbote, Transportverbote für „schienenaffine“ Güter oder Winterfahrverbote schränken auch nach EU-Sicht den freien Warenverkehr in Europa ein. Ein großer Rückschlag für Österreich und seine Politik. Zwar erkennt die EU-Kommission einige der Gründe für Österreichs Vorgehen an. Generell würden die Begründungen, wie besserer Umweltschutz in Österreich, das Vorgehen aber nicht rechtfertigen. Zudem könnten die Regeln nicht-österreichische Unternehmen stärker belasten als Firmen aus Österreich.

In Bayern und Italien jubelt man nach der EU-Einschätzung. Verkehrsminister Matteo Salvini sprach etwa von „großer Zufriedenheit“. In Rom will man nun den Europäischen Gerichtshof anrufen. Doch während man in Italien durch eine Klage auf eine Verbesserung der Situation hofft, gibt es große Bedenken in Südtirol.

Südtirol wegen Brenner-Eskalation besorgt: Totaler Kollaps möglich

Die Gemeinden entlang der Brennerachse befürchten nun, dass durch ein Urteil im Sinne Roms noch mehr Verkehr auf die Region zukommen könnte. Im Pustertal und im Eisacktal befürchtet man deshalb eine Verschlechterung der Lebensqualität, wie Rai News berichtet. Sterzings Bürgermeister Peter Volgger sagt etwa, dass die aktuelle Situation mit Blick auf Lärm, Abgase und Feinstaub „schon jetzt mehr als belastend“ sei. Doch sollte durch Italiens Klage das Tiroler LKW-Nachtfahrverbot und das Dosiersystem bei Kufstein kippen, drohe der totale Kollaps. Volgger glaubt allerdings nicht, dass es dazu kommen werde. Die Regelungen werden aus seiner Sicht wohl maximal etwas aufgeweicht.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Ähnlich ist die Meinung in der Gemeinde Brenner. Auch der hiesige Bürgermeister Martin Alber hofft, dass der Europäische Gerichtshof nicht alle Anti-Maßnahmen aus Österreich verbietet. Änderungen am aktuellen System hält er aber durch die Klage für möglich.

Doch nicht nur wegen der Beschränkungen aus Österreich droht Staugefahr auf der Brenner-Autobahn - auch eine Brücke steht im Fokus. (rist)

Kommentare