Erneuerbare Energien

„Versorgungssicherheit in Deutschland“: Habecks Milliardenprojekt soll grünen Strom voranbringen

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Der Bau der Stromtrasse SuedLink ist gestartet. Damit sollen vor allem Bayern und Baden-Württemberg mit erneuerbarem Strom aus dem Norden versorgt werden.

Heide/München – Die Bauarbeiten haben begonnen. Das Megaprojekt SuedLink soll ab 2028 die Stromversorgung mit erneuerbaren Energien absichern, vor allem der Süden der Bundesrepublik soll davon profitieren. Denn im Norden stehen zahlreiche Solar- und Windparks, an der Küste kommt 80 Prozent des Stroms schon jetzt aus erneuerbaren Quellen. Von solch einer Quote kann der Süden nur träumen – muss es aber jetzt angehen. Denn bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein.

Strom aus erneuerbaren Energien für den Süden: Spatenstich für SuedLink – Habeck erfreut

Ein Teil des Projektes wird gerade fertiggestellt und steht kurz vor der Inbetriebnahme. Diese Westküstenleitung führt von der dänischen Grenze über Husum und Heide in Schleswig-Holstein auf knapp 140 Kilometern Länge bis Brunsbüttel. Auf den ersten vier Abschnitten (121 Kilometer) transportiert die 380-kV-Freileitung bereits Strom aus erneuerbaren Energien Richtung Süden. Bis Ende September sollen auch die letzten Kilometer in Nordfriesland von Klanxbüll bis zur dänischen Grenze fertiggestellt sein. Der Anschluss an das Netz in Dänemark soll im kommenden Jahr erfolgen. „Die Westküste ist Vorzeigeregion für die Energiewende in Deutschland“, sagt der Geschäftsführer des Netzbetreibers Tennet, Tim Meyerjürgens.

Wirtschaftsminister Robert Habeck und Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens im Umspannwerk Heide/West.

Am späten Nachmittag nahm Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gemeinsam mit Vertretern von Politik und Wirtschaft in Wewelsfleth (Kreis Steinburg) am offiziellen Spatenstich für den Elbtunnel teil, durch den die SuedLink-Leitung nach Niedersachsen geführt werden soll. Seit Anfang des Jahres laufen dort bereits die bauvorbereitenden Arbeiten.

Milliardenprojekt SuedLink: In 700 Kilometern vom Norden nach Süddeutschland

Die Elbquerung ist nach Tennet-Angaben eines der größten Sonderbauwerke von SuedLink. Sechs 525-kV-Gleichstromkabel sollen eingezogen und an die SuedLinkkabel auf beiden Seiten der Elbe angeschlossen werden. Die Bauzeit werde voraussichtlich viereinhalb Jahre betragen. Das Milliardenprojekt SuedLink soll auf rund 700 Kilometern Länge nach Süddeutschland führen. Mit Gleichstromleitungen lässt sich der Strom dann über große Entfernungen mit geringen Verlusten transportieren.

Mit SuedLink wird der Süden Deutschlands nach Habecks Überzeugung künftig von den großen Windstrommengen aus dem Norden profitieren können. „Damit stärken wir die Versorgungssicherheit in Deutschland und auch die unserer Nachbarländer.“ 

Sachsen und NRW bei erneuerbarem Strom die Schlusslichter

Der Plan Deutschlands lautet: Bis 2030 soll 80 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen. Im ersten Halbjahr 2023 betrug dieser Anteil nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 53,4 Prozent. Wie sich das auf die einzelnen Bundesländer verteilt, ist schwer zu sagen, da die Länder die Anteile an Erneuerbaren unterschiedlich erfassen – oder es gar nicht tun. Basierend auf verschiedenen Quellen ergibt sich aber folgendes Bild bei den Erneuerbaren in den Ländern:

Demnach produzieren die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen den meisten erneuerbaren Strom in Deutschland. Abgesehen von den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin sind Sachsen und Nordrhein-Westfalen die Schlusslichter – dort kommen nicht mal 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen.

Weitere große Stromleitungen in Planung

SuedLink soll diese Flächenländer aber nicht mit erneuerbarem Strom versorgen – sondern führt durch Niedersachsen, Hessen, Thüringen bis nach Bayern und Baden-Württemberg. Im Osten der Republik soll deswegen noch der SuedOstLink gebaut werden, der von Mecklenburg-Vorpommern durch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen bis nach Landshut in Bayern führen soll. Der SuedOstLink soll 2030 an den Start gehen. Im Westen führt die Ultranet-Leitung zwischen NRW nach Baden-Württemberg, sie soll 2026 in Betrieb gehen.

Mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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