VonPatricia Huberschließen
Die Immobilienkrise hinterlässt tiefe Spuren: Projektentwickler rutschen in die Insolvenz. Und dies scheint erst der Beginn der Krise zu sein.
München – Der Immobilienmarkt steckt in der Krise. Die gestiegenen Rohstoffpreise und die hohen Zinsen auf Baukredite belasten besonders den Bau. Doch damit stecken nicht nur mittelständische Betriebe und große Bauunternehmen im Schlamassel. Auch Projektentwicklern gegen nun langsam die Aufträge aus. Wie das Handelsblatt berichtet, rutschten in den vergangenen Tagen mit Development Partner, der Project-Gruppe und Euroboden gleich drei Projektentwickler in die Insolvenz.
Immobilienkrise: Projektentwickler auch betroffen
Development Partner nennt der Zeitung zufolge als Ursache etwa „andauernde kritische Marktentwicklung“ aufgrund dessen die „Liquiditätsreserven“ aufgebraucht seien. Und die Unternehmen, die es nun getroffen hat, werden wohl nicht die Letzten sein.
Was machen Projektentwickler?
Projektentwickler sind für die Planung und Umsetzung von Immobilienprojekten verantwortlich. Dies umfasst die gesamte Entwicklung von der Idee bis zur fertigen Immobilie. Der Projektentwickler recherchiert geeignete Standorte, plant, wie die Immobilie aussehen soll, kümmert sich um die Finanzierung, Genehmigungen und Zusammenarbeit mit Architekten, Bauunternehmen und anderen Fachleuten. Ihr Hauptziel ist es, Immobilien erfolgreich zu gestalten und zu realisieren, seien es Wohn-, Gewerbe- oder Industrieimmobilien.
Immobilienkrise sorgt für Marktbereinigung bei Projektentwicklern
„Circa 20 bis 30 Prozent der kleinen bis mittelständischen Projektentwicklungsunternehmen werden vorerst vom Markt verschwinden“, schätzt Niklas Köster, Professor für Immobilienwirtschaft an der Fresenius Hochschule in Hamburg gegenüber dem Handelsblatt. Er rechnet damit, dass innerhalb der nächsten zwei Jahre eine umfassende Marktbereinigung stattfinden wird.
Dabei wird es Köster zufolge besonders kleine und mittelständische Unternehmen treffen, wenn sie keine Rücklagen und keine eigenen Immobilien zum Vermieten haben. „Es wird insbesondere Unternehmen treffen, die in den vergangenen fünf Jahren aggressiv auf den Markt drängten, viel zu teuer Grundstücke gekauft haben und deren Projekte jetzt gar nicht mehr in die Umsetzung gehen“, so Kösters Einschätzung gegenüber dem Handelsblatt. (ph)
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