Lufthansa und KLM

Wegen Krieg: Mehrere Flüge nach Asien gestrichen – was Reisende beachten müssen

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Der Konflikt um Bergkarabach wirkt sich auch auf Flugreisen aus Europa aus. Mehrere Airlines streichen jetzt Flüge nach Asien.

Köln – Am Dienstag (19. September) ist erneut ein bewaffneter Konflikt um die Region Bergkarabach zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgebrochen. In der Kombination mit dem andauernden Ukraine-Krieg hat das auch direkte Folgen für Flugverkehr von Europa nach Asien. Denn viele Airlines meiden neben dem russischen nun auch den aserbaidschanischen Luftraum. Aufgrund mangelnder Alternativ-Flugrouten kommt es unter anderem bei Lufthansa und KLM zu Verspätungen und Flugstreichungen.

Lufthansa meidet Luftraum über Aserbaidschan: Das sind die Folgen für Asien-Flüge

Einige Flugzeuge von Lufthansa und KLM müssen wegen des Konflikts um Berg-Karabach sogar komplett auf dem Boden bleiben.

Aufgrund des plötzlichen Militäreinsatzes von Aserbaidschan in Bergkarabach gab es vor allem am Dienstag Einschränkungen bei Lufthansa-Flügen nach Asien. So wurde unter anderem eine Maschine auf dem Weg nach Tokio zurückgerufen. Die LH716 kehrte über Ungarn zurück und landete schließlich wieder am Flughafen Frankfurt. „Aufgrund militärischer Aktivitäten ist der Luftraum Aserbaidschan derzeit geschlossen. Aus diesem Grund können keine Lufthansa Flüge von und nach Aserbaidschan durchgeführt werden und es können keine Überflüge stattfinden“, teilt die Airline auf ihrer Website mit.

Weitere Lufthansa Flüge Richtung Asien wurden umgeleitet. Seit Mittwoch (20. September) rechnet die deutsche Airline wieder mit einer „Normalisierung des Flugbetriebs [...], da Ausweichrouten geplant werden konnten und dafür notwendige Verkehrsrechte mittlerweile vorliegen“, wie ein Lufthansa-Sprecher gegenüber aero.de mitteilt. Jedoch kann es weiterhin zu Einschränkungen für Fluggäste kommen. Es müsse derzeit „auf weiteren Flugstrecken mit Flugannullierungen und Verspätungen gerechnet werden“, schreibt Lufthansa.

Für den Fall, dass ein Flug gestrichen wurde, buche Lufthansa Reisende in der Regel kostenlos und automatisch auf einen anderen Flug um. Darüber wird man über seiner Mobilfunknummer informiert. Wer keine Nachricht erhalten hat, sollten sich den aktuellen Stand der Buchung anschauen. Dort kann man die Umbuchung bei Bedarf auch nochmals anpassen.

KLM streicht fünf Flugrouten nach Asien komplett – das können Reisende tun

Noch weitreichender sind derzeit die Auswirkungen für Fluggäste von KLM. Die niederländische Airline hat am Dienstag kurzfristig fünf Flugrouten nach Asien komplett gestrichen:

  • Seoul (ICN)
  • Tokio (NRT)
  • Hong Kong (HKG)
  • Peking (PEK)
  • Shanghai (PVG)

„KLM hat beschlossen, den aserbaidschanischen Luftraum aufgrund der Situation in Bergkarabach zu meiden. Dies bedeutet, dass wir heute fünf Flüge nach Asien nicht durchführen können“, schreibt die Airline auf ihrer Website. Aufgrund der „derzeit unsicheren Situation“ bietet KLM deshalb mehrere Umbuchungsmöglichkeiten für betroffene Reisende an. Alle, die ein Ticket für einen Flug von/nach/über Südkorea, Japan oder China gebucht haben, können jetzt aus diesen Optionen wählen:

  • Flug auf ein anderes Reisedatum umbuchen: Wer seinen Flug selbst storniert hat oder er storniert wurde, kann diesen kostenlos auf einen anderen Tag umbuchen. Das neue Abreisedatum muss aktuell aber vor oder am 28. September 2023 liegen.
  • Einen Reisegutschein beantragen: Alternativ kann auch KLM-Reisegutschein im entsprechenden Wert des Fluges ausgestellt werden. Diese ist ab dem Ausstellungsdatum ein Jahr lang gültig und kann für alle Flüge von KLM, Air France, Delta und Virgin Atlantic genutzt werden, die auf der Website von Air France KLM angeboten werden.
  • Erstattung beantragen: Wenn der Flug annulliert wurde oder mehr als 3 Stunden verspätet ist, kann man sein Geld vollständig zurückerhalten.

Weitere Airlines streichen Flüge wegen Konflikt um Bergkarabach

Auch weitere Fluggesellschaften haben bereits auf die Gefahr im Luftraum über Aserbaidschan und Armenien reagiert. So hat Iran alle Flugverbindungen in die Nachbarländer Aserbaidschan und Armenien gestrichen. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Mittwoch unter Berufung auf den Chef der Luftfahrtbehörde. (os mit dpa) Täglich informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Jens Koehler/Imago

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