Merz-Regierung schafft Gasspeicherumlage ab – Milliarden-Entlastung für Verbraucher
VonRichard Strobl
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Die Regierung von Friedrich Merz hat beschlossen, die Gasspeicherumlage abzuschaffen. Das bringt Entlastung bei den Energiepreisen. Doch es gibt auch Kritik.
Berlin – Kanzler Friedrich Merz will die Energiepreise in Deutschland senken. Einen Schritt in diese Richtung hat die Regierung jetzt gemacht: Die sogenannte Gasspeicherumlage wird zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Das soll die Verbraucherinnen und Verbraucher um Milliarden entlasten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (l,CDU) begrüßt vor der Generaldebatte zum Haushalt im Plenum des Bundestags Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, Vizekanzler und SPD-Bundesvorsitzender.
Genauer gesagt, um mehr als drei Milliarden Euro will die Merz-Regierung die Deutschen mit dieser neuen Regelung entlasten. Das geht aus einer Aussendung der Bundesregierung vom 6. August hervor. Darin wird bestätigt, dass das Kabinett die Abschaffung der Gasspeicherumlage beschlossen hat.
Merz-Regierung streicht die Gasspeicherumlage – Verbraucher profitieren doppelt
Die Gasspeicherumlage wurde nach Beginn des Ukraine-Kriegs und der daraus folgenden Energiekrise im Jahr 2022 eingeführt. Das Ziel: Die Gasspeicher sollten immer ausreichend gefüllt sein, um Versorgungssicherheit garantieren zu können. Drei Jahre lang zahlten Endverbraucher:innen durch den Beschluss der Vorgänger-Regierung knapp 0,289 Cent pro Kilowattstunde mehr.
Entsprechend dem Koalitionsvertrag schafft die Merz-Regierung diese Regelung jetzt ab. Das war Teil des sogenannten Energiepreis-Entlastungspakets.
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Nach Angaben der Regierung profitieren aber nicht nur Gaskund:innen von der neuen Regelung. Auch auf den Strompreis wirkt sich die Abschaffung der Gasspeicherumlage aus. „Die niedrigeren Gaspreise sorgen für eine günstigere Stromproduktion von Gaskraftwerken. Die Strompreise am Markt dürften sich ebenfalls reduzieren, da sie sich nach den teuersten Energien ausrichten – das ist oft Gas“, heißt es in der Mitteilung der Regierung. Daneben profitieren Gaskund:innen ab dem Jahr 2026 direkt durch den niedrigeren Preis. Dass die Preissenkung auch an den Endkunden weitergegeben wird, will die Regierung überwachen.
Gasspeicherumlage fällt weg: Verbrauchern winkt Ersparnis – Kritik an Hintertür
Wie viel jeder Haushalt profitiert, hängt vom individuellen Verbrauch un von der Art der Heizung ab. Bei einem Gasverbrauch von 20.000 kWh pro Jahr landet man nach aktuellem Satz laut Regierung bei knapp 58 Euro Ersparnis. Dazu kämen dann noch die Effekte über den Strompreis. Hier rechnet die Regierung mit einer „zusätzlichen Entlastung in Höhe von etwa 100 Euro“.
Der Beschluss basiert darauf, dass die Merz-Regierung es für „unwahrscheinlich“ hält, dass es in naher Zukunft zu einer Gefährdung der Gasversorgung kommt. Deshalb geht man auch ohne der Umlage von Versorgungssicherheit aus. Falls aber doch eine Krisenlage eintreten sollte, kann die Regierung ein neues Umlageverfahren einführen.
Das kritisierte etwa die Deutsche Industrie- und Handelskammer. Ihr Vize.Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sagte dem Handelsblatt: „Wenn die Bundesregierung nachhaltige Entlastung und eine langfristige Planungssicherheit für die Unternehmen möchte, darf sie keine Hintertüren offen lassen“. (rjs)