- VonBleranda Shabanischließen
Nach Krisenjahren zeigt der deutsche Immobilienmarkt 2024 erste Stabilisierung. Die Angebotspreise steigen, besonders für Einfamilienhäuser und städtische Wohnungen.
Frankfurt – In den letzten Jahren stiegen die Immobilienpreise aufgrund von historisch niedrigen Zinsen und einer starken Nachfrage, erreichten jedoch 2021 Höchstwerte, die nicht langfristig haltbar waren. Ab 2022 führte der Zinsschock durch drastische Erhöhungen der Bauzinsen zu höheren Finanzierungskosten und einer sinkenden Nachfrage, was die Preise in vielen Regionen drückte. Zusätzlich belasteten wirtschaftliche Unsicherheiten wie die hohe Inflation und der Ukrainekrieg die Kaufkraft der Menschen und bremsten den Markt.
Nach diesen Herausforderungen zeigt der deutsche Immobilienmarkt im Jahr 2024 jedoch erste Anzeichen einer Stabilisierung. Laut einer Analyse des Immobilienportals Immowelt stiegen die Angebotspreise für Wohnimmobilien deutschlandweit um 2,9 Prozent. Besonders Einfamilienhäuser und städtische Wohnräume profitieren von der positiven Entwicklung.
Wachstum der Immobilienpreise im Jahr 2025 erwartet
Experten prognostizieren für 2025 weiteres moderates Wachstum, weil sich die grundlegenden Marktbedingungen im Vergleich zu den letzten Krisenjahren verbessern. Der Rückgang der Inflation in der Eurozone und sinkende Bauzinsen halfen dabei, die Marktbedingungen zu stabilisieren.
„Das hängt damit zusammen, dass sich die Rahmenbedingungen insofern verbessert haben, dass die Zinsen leicht gesunken sind. Und dass wir steigende Mieten haben, eine höhere Mietdynamik als wir das selbst in den Boom-Jahren hatten. Und diese Perspektiven setzen sich auch fort“, so Immobilienexperte Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in der Tagesschau.
Steigende Mieten als Treiber für die Preisentwicklung
Die Bauzinsen, die zu Beginn der Krise noch auf einem Rekordhoch lagen, sanken im Jahr 2024 auf etwa 3,5 Prozent für zehnjährige Darlehen, was die Nachfrage nach Wohneigentum weiter anheizte. Besonders hervorzuheben ist die anhaltend hohe Nachfrage aufgrund der geringen Neubautätigkeit und der steigenden Mieten, was zu einem weiteren Anstieg der Angebotspreise führte. Besonders Einfamilienhäuser erlebten ein leichtes Comeback mit einem Preisanstieg von 3,1 Prozent, während Wohnungen ebenfalls um 2,8 Prozent zulegten.
München bleibt Spitzenreiter: Angebotspreise steigen weiter
Die Nachfrage nach urbanem Wohnraum bleibt trotz höherer Finanzierungskosten weiterhin hoch. Laut der Analyse von Immowelt sind in 12 der 15 größten deutschen Städte die Preise für Bestandswohnungen gestiegen. In einigen der Städte kletterten die Preise um bis zu 7,6 Prozent im Jahresverlauf. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung in München, wo die Angebotspreise von Eigentumswohnungen im 4. Quartal 2024 erneut um 2,1 Prozent auf 8188 Euro pro Quadratmeter stiegen. Insgesamt legten die Preise im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent zu.
| Stadt | Quadratmeterpreis 2025 (Veränderung zum Vorjahr) |
|---|---|
| München | 8188 € (+6,5%) |
| Hamburg | 5913 € (+4,2%) |
| Frankfurt am Main | 5560 € (+5,9%) |
| Berlin | 4841 € (-0,1%) |
| Köln | 4741 € (3,4%) |
In Frankfurt am Main, der drittteuersten Stadt der Analyse, stiegen die Preise für Bestandswohnungen ebenfalls um 5,9 Prozent. Ein Quadratmeter in der Bankmetropole kostet nun durchschnittlich 5560 Euro. Auch Hamburg verzeichnete einen Anstieg der Quadratmeterpreise um 4,2 Prozent im Jahresverlauf, wobei der Preis im vierten Quartal bei 5913 Euro pro Quadratmeter lag.
Berlins Immobilienmarkt ist in der Übergangsphase
Berlin, traditionell eine der günstigeren Metropolen, zeigte eine minimale Preisrückentwicklung von -0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das stellt der Analyse zufolge jedoch keinen langfristigen Trend dar, sondern ist eine kurzfristige Schwankung, die im 4. Quartal 2024 bereits wieder durch einen leichten Anstieg der Preise von 0,8 Prozent ausgeglichen wurde. Solche Schwankungen lassen darauf schließen, dass sich der Markt in Berlin in einer Übergangsphase befindet.
Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa
