VonLars-Eric Nievelsteinschließen
Volkswagen baut seinen Vorsprung bei Elektroautos weiter aus. Der Absatz kletterte zuletzt rapide. Bei Tesla dagegen gibt es neue Probleme.
Austin-Texas – Mit neuen politischen Entscheidungen sorgt Tesla-CEO Elon Musk für weitere Einbrüche des Tesla-Aktienkurses. Nachdem Musk Pläne für eine neue politische Partei vorgestellt hatte, ging der Kurs um rund acht Prozent zurück. Zwischenzeitlich fing das Unternehmen sich wieder an der Börse, aber dafür nutzt jetzt ein E-Auto-Konkurrent die Schwäche des Branchentitans.
VW hängt Tesla ab – Vorreiter bei deutschen Elektroautos
„Die Wachstumsraten, die wir in Europa geschafft haben, sind wirklich groß“ – so drückte es VW-Vertriebschef Martin Sander gegenüber dem Handelsblatt aus. Was er damit meint: Volkswagen konnte seine Führungsposition bei Elektroautos in Europa weiter ausbauen. VW legte im ersten Halbjahr 2025 ordentlich zu und konnte 70 Prozent mehr Elektroautos verkaufen. Weltweit stieg der Absatz in der E-Auto-Sparte um 14,3 Prozent auf etwa 193.000 Fahrzeuge.
Damit lässt VW auch den Elektroauto-Riesen Tesla hinter sich zurück. Viele Jahre lang war Tesla die gekrönte Nummer eins beim Verkauf von Elektroautos, hatte jedoch seit dem US-Wahlkampf (und vor allem wegen der Eskapaden von Tesla-Chef Elon Musk) deutliche Einbußen zu verzeichnen. Europa sei Teslas „schwächster Markt“, gab Musk dazu an. Überall sonst sei der Konzern stark aufgestellt. Allerdings musste Tesla einen neuen Schlag einstecken – die Gründung von Elon Musks eigener politischer Partei.
Tesla-Probleme durch Musk-Ausfälle – Parteigründung greift Aktienkurs an
Hier eignet sich ein kurzer Exkurs in die vergangenen acht Monate der US-Politik. Elon Musk war bereits im US-Wahlkampf ein Geldgeber für den jetzigen Präsidenten Donald Trump und stieg nach dessen Wahl zu einem engen Vertrauten und Berater auf. Musk wurde Chef eines Departments, das ineffiziente Prozesse innerhalb der Regierung finden sollte. Dieses Department sorgte schnell für einen massiven Einbruch von Musks Beliebtheit, da er die Kettensäge ansetzte und massenhaft Personen kündigen ließ. Das führte so weit, dass sogar Trump davon sprach, lieber das Skalpell ansetzen zu wollen anstatt die Kettensäge.
Allerdings war Musks Beschäftigung von vornherein limitiert. So gab es jedenfalls das Weiße Haus an, als die Deadline näher rückte und man sich darauf vorbereitete, Musk wieder gehen zu lassen. Dann aber kam es zu einem Fall-Out zwischen Trump und Musk, öffentlich in den sozialen Medien. Dabei ging es auch um Elektroauto-Förderung, die Trump aussetzen wollte – was Musk nicht passte.
Das wiederum führt uns zur Gründung der „America Party“ durch Elon Musk. Dahinter steht das Ziel, Trump bei der nächsten Wahl Stimmen abzugraben. Was Musk aber bereits jetzt abgräbt, ist der Aktienkurs von Tesla. Am Mittwoch zeigt die 5-Tage-Übersicht einen Einbruch bei der Tesla-Aktie um minus 5,86 Prozent.
„Dass Musk sich immer tiefer in die Politik einmischt, ist schlicht und ergreifend genau das Gegenteil von dem, was Tesla-Investoren und -Aktionäre in dieser für Tesla entscheidenden Phase von ihm erwarten“, zitierte der US-Sender CNN den Analysten Dan Ives. Das Unternehmen müsse Elon Musks politisches Engagement limitieren.
Proteste gegen Musk und DOGE – Beliebtheit von Tesla schwindet
Das Verhalten Musks sorgt schon seit Monaten für einen Verfall von Teslas Beliebtheit. Im Frühjahr war es zu Protesten gegen Tesla und Elon Musk gekommen. In mehreren Ländern steckten Unbekannte Tesla-Fahrzeuge in Brand. Leerverkäufer verdienten an Wetten gegen Tesla Millionen. In Deutschland wurde Tesla immer unbeliebter – bis potenzielle Käufer wegen Musks Verhalten gar aktiv von einem Kauf absahen.
Und Musk? Der reagierte ungehalten auf die Aussagen des Analysten. „Halt den Mund, Dan“, soll er im Kurznachrichtendienst X mitgeteilt haben.
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