VonLisa Mayerhoferschließen
Gestiegene Zinsen, stockender Wohnungsbau und hohe Zuwanderung lassen laut dem Immobilienverband Süd die Mieten in Bayern steigen.
München – In Deutschland herrscht Wohnungsmangel – doch die Baubranche steckt wegen hoher Materialkosten und gestiegener Zinsen in einer Krise. Auch in Bayern steigen deshalb weiter die Mieten, wie der Immobilienverband Süd (IVD Süd) mitteilte. Vor allem Städte seien betroffen.
Nachfrage nach Mietwohnungen übersteigt Angebot
„Der deutliche Zinsanstieg, der stockende Wohnungsbau und die hohe Zuwanderung setzen den Mietmarkt aktuell deutlich unter Druck“, teilte der IVD Süd am Montag in München mit. Die Nachfrage nach Mietwohnungen habe kräftig zugenommen und übersteige das Angebot in vielen Groß- und Mittelstädten spürbar.
Doch Inflation, gestiegene Zinsen, Lieferprobleme und die gekürzte KfW-Förderung bremsten den Wohnungsbau. Im ersten Halbjahr seien in Bayern nur noch 25.058 neue Wohneinheiten zum Bau freigegeben worden - 29 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bereits genehmigte Wohnungsbauvorhaben „werden aktuell immer häufiger zurückgestellt oder gestoppt“, heißt es im IVD-Marktbericht.
Bayern: Immobilienkauf wegen hoher Preise und Zinsen kaum möglich
Ein Immobilienkauf sei angesichts der immer noch sehr hohen Preise und der gestiegenen Zinsen für die meisten Interessenten kaum möglich. Das verstärke die Nachfrage auf dem Mietmarkt, vor allem nach familiengerechten Wohnungen und Häusern, sagte IVD-Marktforscher Stephan Kippes. Auch der durch den Ukraine-Krieg verursachte hohe Zuzug belaste den angespannten Wohnungsmarkt. Seit dem Frühjahr seien die Wohnungsmieten im bayerischen Durchschnitt um 2,5 bis 2,9 Prozent gestiegen. Besonders gefragt seien Wohnungen und Häuser mit guter Energiebilanz.
Seit dem Jahr 2000 haben sich laut IVD die Mieten für Bestandswohnungen mit gutem Wohnwert in Bayern verdoppelt. Die durchschnittliche Wohnfläche stieg um 17 Prozent auf 49 Quadratmeter pro Person. (lma/dpa)
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