Bundesnetzagentur

Neue Regelung ab 1. Januar 2025: Strompreise können in manchen Regionen steigen oder sinken

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Die Kosten für den Netzausbau sollen ab dem kommenden Jahr regional besser verteilt werden. (Symbolbild)
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Die Kosten für den Netzausbau sollen ab dem kommenden Jahr regional besser verteilt werden. Dies könnte je nach Region zu höheren bzw. niedrigeren Strompreisen für einige Verbraucher führen.

Bonn – Die Bundesnetzagentur hat am Freitag, den 30. August, eine neue Regelung bekannt gegeben, die ab dem 1. Januar des kommenden Jahres in Kraft treten soll. Diese Regelung zielt darauf ab, die Kosten für den notwendigen Ausbau des Stromnetzes, der durch die Transformation hin zu erneuerbaren Energien entsteht, regional gerechter zu verteilen. Klaus Müller, der Leiter der Behörde, erklärte: „Wir schaffen faire Netzentgelte für die Menschen und Unternehmen, die in Regionen mit einem starken Ausbau der Erneuerbaren leben und wirtschaften“.

Behörde will mit neuer Regelung Kosten auf alle Stromverbraucher umlegen

In Gebieten, in denen mehr erneuerbare Energie produziert wird als verbraucht, entstehen erhebliche Kosten für den Umbau der Netze. Diese Kosten werden derzeit auf die Verbraucher vor Ort umgelegt. Dies führt dazu, dass die Netzentgelte in großen Teilen Nord- und Nordostdeutschlands deutlich höher sind als in anderen Regionen. Der Grund dafür ist, dass Windkraftanlagen hauptsächlich im Norden und großflächige Photovoltaikanlagen in überwiegend ländlichen Gebieten installiert werden.

Die Bundesnetzagentur plant nun, diese zusätzlichen Kosten auf alle Stromverbraucher in Deutschland umzulegen. „Der deutlichen Entlastung der betroffenen Regionen stehen damit überschaubare zusätzliche Kosten für alle Stromverbraucher gegenüber“, so die Behörde. Dies könnte zu höheren Strompreisen für einige Verbraucher führen.

Zunächst sollen die Netzbetreiber mit besonders hohen Kosten identifiziert werden. Diese sollen dann „einen finanziellen Ausgleich für die Mehrbelastung“ erhalten. Die Kosten für diese Entlastung werden „gleichmäßig“ auf alle Stromkunden in Deutschland verteilt.

Neue Regelung: Wo die Stromkosten ab 2025 sinken könnten

Als die Bundesnetzagentur ihre Pläne erstmals vorgestellt hatte, ging sie davon aus, dass vor allem Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt entlastet werden würden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Niedersachsen könnten die Netzentgelte lokal sinken. Konkrete Schätzungen, wer profitieren und wer nicht profitieren wird, sollen ab Mitte Oktober verfügbar sein. Die Netzentgelte machen im Durchschnitt etwa ein Viertel der gesamten Stromkosten für private Haushalte aus.

Laut der Netzagentur variieren die Netzentgelte in den verschiedenen Regionen zwischen 15 und 5 Cent pro kWh. Auch innerhalb der Bundesländer können die Netzentgelte erhebliche Unterschiede aufweisen. Derzeit tragen die Bürger, die in Regionen mit viel erneuerbarem Strom leben, fast alle Kosten für die Energiewende.

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