OB Richard Arnold: Bosch „trifft Schwäbisch Gmünd ins Mark“

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Wie geht's weiter bei Bosch in Gmünd?
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Was der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold und Landrat Dr. Joachim Bläse zu den Abbauplänen des Konzerns sagen.

Schwäbisch Gmünd. „Das trifft uns ins Mark“, so kommentiert Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold die Bosch-Ankündigung, mehr Arbeitsplätze als bisher bekannt in Gmünd abzubauen. Aus seiner Sicht fallen sogar wesentlich mehr als die genannten 1300 Stellen weg. Berücksichtige man den bereits vereinbarten Investitionspakt, fallen bis 2030 gut 2000 Stellen weg. Das sei „ein Erdbeben kurz vor Weihnachten“. Ursache dafür sei, dass sich der europäische Automarkt in die völlig falsche Richtung entwickle.

OB trifft sich mit den Fraktionsvorsitzenden

Arnold sagt, dass er zu diesem Thema bereits in Kontakt mit der Landes-Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut sei, aber auch mit der Belegschaft und Leitung von Bosch. Wichtig sei aus seiner Sicht, dass zum Beispiel der Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung in Gmünd verbleibe. Gleich Anfang der Woche werde er sich auch mit den Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat treffen. Es gehe jetzt nicht um Parteipolitik, sondern um die Stadt. „Wir versuchen, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen.“ Von dem Arbeitsplatzverlust stark getroffen werde auch der städtische Haushalt, in dem sich gerade der Einkommenssteuer-Anteil als Stütze entwickelt habe, so Arnold. Man müsse jedoch auch die Einzelschicksale hinter dieser Entwicklung sehen.

Schwarzer Freitag für die Arbeitnehmer

Landrat Dr. Joachim Bläse spricht von einem „schwarzen Freitag“. Für die Arbeitnehmer. Für die Stadt Gmünd. Und für die gesamte Region. Er habe kürzlich in seiner Haushaltsrede noch gesagt, dass der produktionsbewusste und -orientierte Landkreis auch in Zukunft auf Produktion setze. „So gesehen ist die Ankündigung von Bosch ein schwerer Rückschlag für die wirtschaftliche Entwicklung des Ostalbkreises.“ Es passe aber zur Veränderung der Industrie, gerade im Bereich Automobil. „Die traditionellen Arbeitsplätze sind nicht mehr Gott gegeben. Wir müssen deshalb Rahmenbedingungen schaffen, dass wir auch künftig rund ums Automobil produzieren können. Und wir müssen uns noch stärker um die Transformation kümmern“, sagt Bläse. Für eine Bewertung des Stellenabbaus sei es noch zu früh. Er habe aber der Geschäftsleitung angeboten, dass er immer für Gespräche zur Verfügung stehe. Und: „Es ist wichtig, dass die Stadt und der Kreis jetzt Hand in Hand gehen.“

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