VonPatricia Huberschließen
Die russische Oligarchen-Jacht Luna beschäftigt die Hamburger Behörden noch immer. Jetzt sicherten Fahnder an Bord millionen-schwere Wertgegenstände.
Hamburg – Seit Beginn des Ukraine-Krieges wurden in Europa bereits mehrere Jachten von sanktionierten russischen Oligarchen festgesetzt. So auch in Hamburg, wo sich die Luxusjacht Luna seit dem Frühjahr 2022 nicht mehr fortbewegen darf. Beamte der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und des Bundeskriminalamts (BKA) haben nun am Donnerstag (11. Mai) auf dieser Jacht im Hamburger Hafen Wert- und Vermögensgegenstände beschlagnahmt. Das bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft am Freitag. Nach Informationen des Nachrichtenportals spiegel.de handelt es sich um eine Kunstsammlung und weitere Kunstgegenstände im geschätzten Gesamtwert von mehreren Millionen Euro.
Ologarchen-Jacht: Gezielte Durchsuchung nach teurer Kunst
Nach einer ersten Durchsuchung des Schiffs am 3. Mai hatten die Generalstaatsanwaltschaft und das BKA mitgeteilt, dass „gegen einen Unternehmer aus der Russischen Föderation wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz“ ermittelt werde. Die Jacht sei gezielt nach teurer Kunst oder anderen Gegenständen von hohem Wert durchsucht worden.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um die Luxusjacht Luna, die das BKA dem russischen Geschäftsmann Farkhad Akhmedov zuordnet. Der 67-Jährige steht seit einem Jahr auf einer Liste mit Personen, gegen die die EU wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine Sanktionen verhängt hat.
Russischer Oligarch soll „erhebliche Vermögenswerte“ nicht gemeldet haben
Der Unternehmer steht im Verdacht, „nach der Aufnahme in die EU-Sanktionsliste strafbewehrte Vermögensanzeigepflichten gegenüber der Deutschen Bundesbank und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle verletzt zu haben“, hieß es weiter. Er soll den Behörden „erhebliche Vermögenswerte“ in Deutschland nicht gemeldet haben. Die beschlagnahmten Gegenstände könnten nun Beweismittel sein oder möglicherweise auch von einem Gericht eingezogen werden. Die Aktion am Donnerstag war juristisch die Fortsetzung der Durchsuchung vom 3. Mai.
Die Luna war bereits im Frühjahr vergangenen Jahres von den Behörden in Hamburg festgesetzt worden. Das 115 Meter lange Schiff hatte zuletzt im Werfthafen des zur Lürssen-Gruppe gehörenden Hamburger Schiffbauers Blohm+Voss gelegen.
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