Porsche-Konzern im Umbruch: Stellenabbau bis 2029 nimmt Gestalt an
VonJulian Baumann
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Mit einem „heftigen Sturm“ konfrontiert, leitet Porsche Gegenmaßnahmen ein. Der Sportwagenbauer wird bis 2029 während seiner Neuaufstellung tausende Stellen kürzen.
Stuttgart – Am Mittwoch (21. Mai) hält der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche die dritte ordentliche Hauptversammlung seit dem Börsengang im Jahr 2022 ab. „Die Welt hat sich verändert. Wir erleben einen heftigen Sturm“, erklärte Konzernchef Oliver Blume den Aktionären laut einer vorab veröffentlichten Pressemitteilung. „Aber wir steuern mit voller Kraft dagegen.“ Neben gezielten Investitionen in die Zukunft will sich das schwäbische Traditionsunternehmen auch neu aufstellen und hat dafür bereits den Großteil des Vorstands umgebaut. Allerdings wird diese Neuaufstellung auch mit einem Stellenabbau verbunden sein.
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Bereits vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Porsche allein in seiner Heimatregion Stuttgart rund 1.900 Arbeitsplätze abbauen will. Auf der Hauptversammlung bestätigte das Unternehmen nun, dass bis 2029 noch deutlich mehr Stellen entfallen sollen und dass das Management mit dem Betriebsrat bereits im zweiten Quartal 2025 mit Verhandlungen über ein Strukturpaket beginnen will. „Wir nehmen die Herausforderung an. Wir haben einen Plan. Wir handeln. Und wir verlieren keine Zeit“, so Blume.
Porsche will im Zuge der Neuaufstellung bis 2029 rund 3.900 Stellen streichen
Porsche hatte bereits im Vorfeld der Hauptversammlung erklärt, im Zuge der schwierigen Transformation zur Elektromobilität die Batterie-Pläne nicht mehr eigenständig weiterverfolgen und wieder verstärkt auf die Produktion von Verbrenner-Modellen und Plug-in-Hybriden setzen zu wollen. „Zudem hat das Unternehmen ein umfangreiches Kosten- und Reskalierungsprogramm gestartet“, heißt es in der Mitteilung. „Bis 2029 sollen rund 3.900 Stellen abgebaut werden.“ Bereits zu Beginn des Jahres wurde befürchtet, dass dem Sparprogramm bei Porsche eine vierstellige Zahl an Stellen zum Opfer fallen könnte.
Nachdem Finanzvorstand Lutz Meschke und Marketingvorstand Detlev von Platen bereits zu Beginn des Jahres ihren Hut nehmen mussten, verkündete Porsche jüngst auch den Abschied von Beschaffungsvorständin Barbara Frenkel und Personalvorstand Andreas Haffner. Der Vorstand wurde dadurch deutlich verjüngt, steht aktuell aber vor großen Herausforderungen. „Die Lage der Automobilindustrie bleibt herausfordernd, auch für Porsche“, macht der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Porsche deutlich. „Gleichzeitig hat unsere Marke weiterhin eine große Strahlkraft. Wir alle sind gefordert, die Herausforderungen erfolgreich zu meistern.“