Paukenschlag beim Autobauer

Porsche streicht laut Bericht 1.900 Stellen an zwei deutschen Standorten - alle Bereiche betroffen

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Bei Autobauer Porsche steht seit langem ein Stellenabbau im Raum, der nun konkrete Formen annimmt. Einem Bericht zufolge sind allein in der Region Stuttgart 1.900 Arbeitsplätze betroffen.

Stuttgart - Die Krise in der Autoindustrie geht selbst an Premiumherstellern wie Porsche nicht spurlos vorbei. Bei den Stuttgartern steht bereits seit einiger Zeit ein massiver Stellenabbau im Raum, der laut Insidern eine vierstellige Zahl an Arbeitsplätzen betreffen soll. Diese Sparmaßnahme, die vor allem auf das schwache China-Geschäft zurückzuführen ist, nimmt immer konkretere Züge an. Einem Bericht zufolge sind allein in der Region Stuttgart, am Stammsitz in Zuffenhausen sowie am Entwicklungszentrum in Weissach, etwa 1.900 Arbeitsplätze betroffen, die bis 2029 abgebaut werden sollen.

Die zehn größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ist mit weltweit rund 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Christian Johner/dpa
Das Logo des Technikkonzerns Bosch vor der Konzernzentrale
Technologiekonzern Bosch beschäftigt weltweit mehr als 420.000 Mitarbeiter.  © Inga Kjer/dpa
Beschilderung in der Zentrale der Mercedes-Benz Group AG in Stuttgart-Untertürkheim.
Beim Stuttgarter Autokonzern Mercedes-Benz sind mehr als 172.000 Mitarbeiter angestellt. © Corporate Communication (MS/CC)
Drei Fahnen mit dem Logo der ZF Friedrichshafen AG wehen vor dem Forum und der Verwaltungszentrale des Konzerns.
Autozulieferer ZF Friedrichshafen beschäftigt rund 164.000 Mitarbeiter weltweit.  © Felix Kästle/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
SAP ist das größte europäische Softwareunternehmen und hat rund 112.000 Angestellte.  © Uwe Anspach/dpa
Martin Daum, der Vorstandsvorsitzende des Nutzfahrzeugherstellers Daimler Truck, steht vor der Firmenzentrale bei Stuttgart vor einem eActros Lastwagen.
Daimler Truck hat fast 105.000 Mitarbeiter und gilt als Weltmarktführer im Bereich der Nutzfahrzeuge.  © Bernd Weißbrod/dpa
Eine Mitarbeiterin des Handelskonzerns Würth trägt in einem Gang eines Hochregallagers eine Palette auf einem Gabelstapler.
Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer im Bereich Befestigungs- und Montagetechnik und beschäftigt mehr als 85.600 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen
Mahle ist mit rund 71.620 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer Deutschlands.  © Marijan Murat/dpa
Die Firmenzentrale der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe.
dm ist der größte Drogeriekonzern Deutschlands und beschäftigt rund 66.000 Mitarbeiter. © Uli Deck/dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Freudenberg" hängt in Weinheim an einem Bürogebäude des Technologiekonzerns Freudenberg.
Mischkonzern Freudenberg ist gleich in mehreren wichtigen Branchen tätig und beschäftigt fast 51.500 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa

Wie Porsche-Personalchef Andreas Haffner und Betriebsratschef Harald Buck der Stuttgarter Zeitung bestätigten, setzt der Sportwagenbauer bei dem Stellenabbau auf Freiwilligkeit. Das hat den Hintergrund, dass an den deutschen Standorten des Weltunternehmens noch bis 2030 eine Beschäftigungssicherung besteht, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Auch beim Nachbar Mercedes-Benz werden die Sparmaßnahmen konkreter, Insider sprechen bereits von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen, die vor dem Aus stehen könnten.

Stellenabbau bei Porsche zusätzlich zu bereits verkündeten Sparmaßnahmen

Bereits im vergangenen Jahr mussten sich viele befristet angestellte Porsche-Mitarbeiter nach neuen Jobs umschauen, da ihre Verträge nicht mehr verlängert wurden. Der Stellenabbau in Zuffenhausen und Weissach soll dem Bericht zufolge aber zusätzlich zu dieser Maßnahme erfolgen und laut den Informationen der Stuttgarter Zeitung alle Bereiche an den beiden Standorten betreffen. Auch beim Autobauer Audi, der wie Porsche zum VW-Konzern gehört, stehen umfassende Sparmaßnahmen im Raum. Aufgrund von angekündigten Verlagerungen herrscht an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm eine gewisse Sorge.

Porsche will einem Bericht zufolge allein in der Region Stuttgart rund 1.900 Arbeitsplätze abbauen.

Porsche kämpft wie die gesamte Industrie mit dem schwachen Absatz von Elektroautos, der vor allem auf dem weltweit größten Markt in China zu Buche schlägt. Deshalb haben die Stuttgarter jüngst auch erklärt, sich wieder verstärkt auf Verbrenner-Modelle konzentrieren zu wollen. Zudem machen sich die Probleme auch beim Aktienwert des Sportwagenbauers bemerkbar, der sich in den vergangenen Tagen beinahe halbiert hatte.

Rubriklistenbild: © Porsche AG

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