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Putin muss erhebliche wirtschaftliche Rückschläge für Russland hinnehmen. Zusätzlich zum Ukraine-Konflikt steht eine demographische Katastrophe bevor. Die Zukunft Russlands ist ungewiss.
Russlands Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen, die sich im Jahr 2025 weiter verschärfen könnten. Kreml-Chef Wladimir Putin sieht sich mit hoher Inflation, Sanktionen und erheblichen Verlusten konfrontiert. Doch selbst ein Sieg im Ukraine-Krieg könnte die drohenden Probleme nicht lösen.
Putin gehen die Kämpfer aus – Bevölkerung schrumpft drastisch
Die russische Bevölkerung schrumpft rapide – und setzt Russlands Wirtschaft unter Druck. „Die Russische Föderation steckte schon lange vor dem Ukraine-Krieg in einer Art demografischer Zwangsjacke“, erklärte Nicholas Eberstadt vom American Enterprise Institute dem Kyiv Independent.
Laut einer Berechnung des Atlantic Council könnte sich die Bevölkerung bis zum Ende des Jahrhunderts halbieren, was gravierende Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft hätte. Harley Balzer von der Georgetown University äußerte gegenüber dem Kyiv Independent, dass „aus russischer Sicht (der Sieg im Krieg in der Ukraine) das kleinere Problem“ sei. Viel bedeutender sei die Frage, ob das Land danach noch lebensfähig bleibe.
Russlands Wirtschaft vor Problemen im Ukraine-Krieg: Verluste an der Front
Die Verluste des Personals an der Front sind zudem enorm. Nach ukrainischen Schätzungen verlor Russland allein 2024 etwa 420.000 Soldaten. Doch nicht nur der Krieg fordert Opfer. „Jedes Jahr sterben in Russland mindestens 150.000 bis 200.000 Menschen an den Folgen von Alkohol, und etwa 80 Prozent davon sind Männer“, berichtete Alexey Raksha, ein ehemaliger Mitarbeiter der russischen Statistikbehörde, im Oktober 2024 gegenüber Meduza.
Sinkende Geburtsrate belastet Russlands Wirtschaft – Putin kämpft mit demografischem Problem
Auch die Geburtenrate sinkt. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 verzeichnete Russland die niedrigste Geburtenrate seit 1999. Die Zahl der Lebendgeburten fiel im Juni unter 100.000. Laut Rosstat lebten von Januar bis Juni 2024 in Russland 599.600 Kinder, 16.000 weniger als im Vorjahr.
Ein UN-Bericht von 2024 beziffert die Geburtenrate in Russland auf 1,45 Kinder pro Frau, weit unter den notwendigen 2,1 zur Stabilisierung der Bevölkerungszahl. Der Kreml hat daraufhin Initiativen gestartet, um die Geburtenrate zu erhöhen, darunter das Verbot von Propaganda für einen kinderlosen Lebensstil.
Countdown für Russlands Wirtschaft: Putin priorisiert trotzdem den Ukraine-Krieg
Im September 2024 forderte Putin die Frauen in Russland auf, mehr Kinder zu bekommen und zu arbeiten. Doch John Foreman, ein ehemaliger britischer Verteidigungsattaché in Moskau, sagte dem Kyiv Independent: „Putin ist bereit, absolut alles für die Front zu opfern.“ Die demografische Krise scheint für ihn keine Priorität zu haben.
Die Frage bleibt, ob Russland wirtschaftlich in der Lage ist, den Krieg fortzusetzen. Die Umstellung auf eine Kriegswirtschaft könnte das Land dazu zwingen, den Konflikt mit der Ukraine fortzusetzen, da er derzeit der Hauptantrieb für das Wirtschaftswachstum ist.
Rubriklistenbild: © IMAGO / ITAR-TASS/Sergei Ilyin

