Wie im Weißen Haus

Reiche beruft neuen Beraterkreis – diese Top-Ökonomen wurden nominiert

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Beabsichtigt Ministerin Reiche, die deutsche Wirtschaft zu stärken? Rat geben sollen ihr drei Top-Ökonomen. Eine zählt sogar zu den Wirtschaftsweisen.

Berlin – Kehrtwende durch Know-How? Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will der deutschen Wirtschaft auch durch einen neuen Beraterkreis aus Top-Ökonomen neuen Schwung verleihen. Laut Handelsblatt-Informationen gehören zu dem geplanten Kreis die Wirtschaftswissenschaftler Justus Haucap, Volker Wieland und Veronika Grimm.

Beraterteam aus der Wirtschaft – wie in den USA

Einen ähnlichen Beraterkreis aus der Wirtschaft gibt es auch in den USA. Das dortige Gremium heißt „Council of Economic Advisers“ und ist direkt im Weißen Haus angesiedelt. Die Frage hierbei stellt sich: Inwieweit können die ansonsten unabhängigen Ökonomen ihre freie Meinung äußern, wenn sie für die Regierung arbeiten?

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Nach Informationen aus Regierungskreisen, die der Zeitung vorliegen, sollen die Ökonomen die Posten ehrenamtlich übernehmen. Das bedeutet, sie werden nicht im Ministerium angestellt und können weiterhin frei kommunizieren. Die drei Kandidaten stehen alle für eine liberale Wirtschaftspolitik mit ordnungspolitischen Grundsätzen. Sie stehen für möglichst wenig staatliche Eingriffe. Diese Ausrichtung stünde im Gegensatz zu Finanzminister Lars Klingbeil, der sich mit Jens Südekum einen Berater ins Haus holte, der eher für staatslastige Wirtschaftspolitik steht.

Eine der künftigen Beraterinnen von Reiche könnte eine Wirtschaftsweise sein

Grimm gehört den Wirtschaftsweisen an. Eine Berufung zu Reiches Beraterin könnte das Ende des Gremiums bedeuten, schließlich liegt es seit mehr als einem Jahr im Streit. Die Nürnberger Professorin für Energiesysteme und Marktdesign wollte in den Aufsichtsrat von Siemens Energy und weiterhin Wirtschaftsweise bleiben. Andere Mitglieder sahen einen Interessenskonflikt. Laut Handelsblatt sagte eine Person aus dem Umfeld des Ministeriums, dass Grimms Teilnahme als Reiches Beraterin der „endgültigen Sprengung des Rates“ gleichkäme.

Wieland war bis 2022 ebenfalls im Sachverständigenrat. Er ist geschäftsführender Direktor des Institute for Monetary and Financial Stability (IMFS) an der Goethe-Universität Frankfurt und ausgewiesener Experte für Finanzen. Haucap ist Mitglied des Wirtschaftsforums der FDP, lehrt in Düsseldorf und ist Gründungsdirektor des dortigen Institute for Competition Economics. Alle drei Kandidaten sprachen sich zuletzt gegen das historische Finanzpaket der neuen Regierung aus.

Gegenüber dem Handelsblatt sagte ein Ministeriumssprecher, dass man die Berichterstattung nicht kommentieren werde.

Wirtschaftsministerin Reiche: „Kurs auf Wachstum“ – Wirtschaftsweisen sagen Stagnation voraus

Reiche begrüßte zuletzt den Kabinettsbeschluss für das neue Investitionspaket der Regierung. „Deutschland meldet sich zurück“, erklärte sie. Man setze „Kurs auf Wachstum“ und steigere „die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.“ Weiter äußerte sie: „Mit den Entlastungen senden wir heute ein Aufbruchssignal an die Unternehmen und die vielen Menschen, die täglich an der Zukunft unseres Landes arbeiten.“ Die Ministerin kündigte zudem weitere Entlastungen bei Energiekosten, durch Bürokratieabbau und durch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren an. Ziel sei es, den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb zu stärken.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Der beschlossene Gesetzentwurf von Klingbeil sieht steuerliche Entlastungen für die Wirtschaft vor. Neben der Senkung von Steuersätzen geht es dabei vor allem um beschleunigte Abschreibungen von Investitionen in bewegliche Wirtschaftsgüter wie Maschinen. Die Wirtschaftsweisen haben ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr allerdings erneut nach unten geschraubt. Sie gehen in diesem Jahr von einer Stagnation aus, im Herbst hatten sie noch ein leichtes Wachstum um 0,4 Prozent prognostiziert. Zuletzt gab es in Deutschland auch Diskussionen um ein Atomenergie-Comeback. (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Mauersberger

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