Renteneintritt

Renteneintrittsalter wird schrittweise angehoben: Wer länger arbeiten muss

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Arbeitnehmer in Deutschland fragen sich, wann sie in Rente gehen können. Wer Jahrgang 1964 oder jünger ist, muss länger arbeiten. Eine Tabelle zeigt das Rentenalter.

Hamm – Wer wie lange arbeiten gehen muss, bevor er oder sie in Rente gehen kann, ist in Deutschland klar geregelt: Der Gesetzgeber hat dafür ein bestimmtes Renteneintrittsalter festgelegt, ab dem man ohne Abschläge die Rente genießen kann. Wer vor 1964 geboren ist, hat dabei einen kleinen Vorteil. Ein anderer Jahrgang hat Pech.

Wer vor 1964 geboren ist, muss nicht bis 67 arbeiten und kann eher in Rente gehen

Menschen dieser Jahrgänge dürfen nämlich bereits vor Vollendung des 67. Lebensjahres aus dem Berufsleben ausscheiden, wenn sie 45 Arbeitsjahre nachweisen können. Dabei schaffen es manche sogar noch viel früher – wer genug verdient und viel sparen kann, könnte schon im Alter von 45 in Rente gehen.

Altersgrenze für Regelaltersrente ohne Abschläge wird schritteweise bis 2031 auf 67 Jahre angehoben

„Die Altersgrenze für die Regelaltersrente ohne Abschläge wird bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Angefangen mit dem Geburtsjahrgang 1947, wird die Altersgrenze bis 2023 um jährlich einen Monat angehoben“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Und: „Ab 2024 wird die Altersgrenze beginnend mit dem Geburtsjahrgang 1959 in Zwei-Monats-Schritten angehoben. Für Versicherte ab Jahrgang 1964 gilt dann die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.“ Die Regelaltersgrenzen gliedern sich also folgendermaßen:

GeburtsjahrAnhebung in MonatenRegelaltersgrenze
vor 1947065 Jahre
1947165 Jahre, 1 Monat
1948265 Jahre, 2 Monate
1949365 Jahre, 3 Monate
1950465 Jahre, 4 Monate
1951565 Jahre, 5 Monate
1952665 Jahre, 6 Monate
1953765 Jahre, 7 Monate
1954865 Jahre, 8 Monate
1955965 Jahre, 9 Monate
19561065 Jahre, 10 Monate
19571165 Jahre, 11 Monate
19581266 Jahre
19591466 Jahre, 2 Monate
19601666 Jahre, 4 Monate
19611866 Jahre, 6 Monate
19622066 Jahre, 8 Monate
19632266 Jahre, 10 Monate
ab 19642467 Jahre

Keine Rente ohne Antrag

Wer in Rente gehen möchte und die nötigen Voraussetzungen erfüllt, muss einen entsprechenden Rentenantrag bei der Rentenversicherung stellen. Die nötigen Antragsformulare lassen sich sogar bequem online downloaden. Doch Achtung: Der Rentenantrag sollte ungefähr drei Monate, also ein Vierteljahr, vor dem geplanten Renteneintritt beim zuständigen Rentenversicherungsträger eingehen.

Für Menschen mit Schwerbehinderung gilt ein anderes Renteneintrittsalter

Es gibt jedoch auch Ausnahmen. So erklärt die Deutsche Rentenversicherung: „Das Renteneintrittsalter wird nicht für alle Versicherten auf 67 Jahre angehoben. Einige Altersrenten sind davon ausgenommen. Doch auch für sie gelten künftig höhere Eintrittsalter.“ So wird beispielsweise die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für schwerbehinderte Menschen stufenweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr angehoben. Dazu muss eine Schwerbehinderung von mindestens 50 Prozent nachgewiesen werden. Die Ausnahmen von der Rente mit 67 im Überblick:

  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen: Die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird stufenweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr angehoben.
  • Altersrente für langjährig unter Tage beschäftigte Bergleute: Für die betroffenen Versicherten, die nach dem 31. Dezember 1951 geboren sind, wird die Altersgrenze stufenweise auf das 62. Lebensjahr angehoben.
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte: Anspruch darauf haben Versicherte, die mindestens 45 Jahre Versicherungszeit zurückgelegt und die maßgebliche Altersgrenze erreicht haben.

„Langjährig Versicherte“ können vor Vollendung des 67. Lebensjahres abschlagsfrei in Rente gehen

Als „langjährig Versicherte“ gelten Menschen, die mindestens 45 Jahre lang Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt haben. Dadurch dürfen sie bereits vor Vollendung des 67. Lebensjahres abschlagsfrei in Rente gehen. Die Idee dahinter: Mit ihrer Lebensarbeitsleistung unterstützen sie das Rentensystem und werden dafür „belohnt“. Dabei kommt es nicht nur auf die reine Arbeitszeit in einer beitragspflichtigen Beschäftigung an. Weitere anrechenbare Zeiten sind:

  • Pflichtbeiträge aus selbstständiger Tätigkeit
  • versicherungspflichtige geringfügige Beschäftigungen
  • Wehr- und Zivilpflicht
  • nicht erwerbsmäßige Pflege von Angehörigen
  • Bezug von Arbeitslosengeld
  • Bezug von Krankengeld
  • Kindererziehungszeiten

Nun ist Deutschland ein freies Land. Wer nicht will, wird also auch nicht gezwungen, bis zu seinem 67. Lebensalter zu arbeiten. Wer schon früher in Rente gehen möchte, aber die genannten Voraussetzungen nicht erfüllt, kann dies tun – er oder sie müsste dann allerdings Abschläge in Kauf nehmen.

Renteneintritt mit 63 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen möglich

Für alle, die mindestens 35 Beitragsjahre angespart haben, greift die Rente, die 2024 noch einmal erhöht werden dürfte, für langjährig Versicherte. Ein Renteneintritt wäre dann mit 63 Jahren möglich. Allerdings wird diesen Menschen pro Jahr ihres vorzeitigen Rentenbezugs eine Minderung von 3,6 Prozent von ihrer Rente abgezogen. Dieser Abschlag kann insgesamt bis zu 14,4 Prozent betragen – und hat ein Leben lang Bestand. „Diese Kürzung können Sie durch zusätzliche Beitragszahlungen ganz oder teilweise ausgleichen. Das lohnt sich jedoch nicht immer“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung.

Die Top 10 der besten Länder für die Rente im Ausland

Der Sandstrand in San Andres (Kolumbien).
Kolumbien hat es auf Platz 10 geschafft – das Land bietet nämlich nicht nur ein tropisches Klima mit Traumstränden und Sonne das ganze Jahr über. Laut „Retirement Index“ hat Kolumbien auch gutes Gesundheitssystem. Für rund 1.000 US-Dollar im Monat kann man in Kolumbien außerdem ein gutbürgerliches Leben in kleineren Städten leben, für 2.000 Dollar in der Hauptstadt Bogota.  © Imago
Blick auf die Insel Kho Mak in Thailand
Dass Thailand für europäische Auswanderer ein Paradies ist, ist schon lange bekannt. Für Rentner lohnt es sich aber ganz besonders, weil es für Menschen ab 50 Jahren Sonderkonditionen für Langzeitvisen gibt. Zudem sind die Immobilienpreise hier besonders attraktiv: Eine Zweizimmerwohnung kann in Thailand für unter 30.000 Dollar erworben werden.  © IMAGO/Fokke Baarssen
Der Hafen von Portofino, Genua in Italien
Wer lieber in Europa bleiben will, sollte sich Italien für die Rente genauer ansehen. Im Süden bleibt das Wetter auch im Winter warm mit Temperaturen um die 20 Grad. Laut „Retirement Index“ liegt Italien außerdem auf Platz 2 der besten Gesundheitssysteme der Welt. Die Lebenshaltungskosten liegen zwar höher als im Rentnerparadies Thailand. Aber für rund 2.500 Euro im Monat halten sich die Kosten auch hier in Grenzen.  © Imago
Étretat in der Normandie (Frankreich)
Solange man sich nicht gerade Paris aussucht, kann man sich als Rentner in Frankreich ein sehr schönes Leben machen. An der Côte d‘Azur ist es auch im Winter warm und sonnig, und für rund 200.000 Euro kann man sich schon ein Häuschen leisten. Das Gesundheitssystem ist ebenfalls sehr gut und günstig - ein normaler Arztbesuch kostet unter 10 Euro.  © Pixabay
Die Insel Santorin in Griechenland
An 250 Tagen im Jahr scheint in Griechenland die Sonne. Kein Wunder also, dass es im „Retirement Index“ auf Platz 7 liegt. Zudem sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland, da die Griechen durchschnittlich mit unter 20.000 Euro im Jahr auskommen muss.  © Pixabay
Die kleine Stadt Nerja im Süden von Spanien
In Spanien können Rentner für weniger als 2.500 Dollar im Monat ein gutes Leben führen. Vor allem außerhalb der größeren Städte sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland. Die Essenskultur der Spanier ist ein echtes Highlight - und ein 3-Gänge-Menü kann in der Regel für weniger als 20 Euro geschossen werden. Außerdem ist Spanien eines der sichersten Länder Europas. © IMAGO/Martin Silva Cosentino
Regenwald und Sandstrand in Costa Rica
Wer den Lebensabend in den Tropen verbringen will, könnte sich Costa Rica aussuchen. Im „Retirement Index“ liegt das Land auf Platz 5. Für 3.000 US-Dollar im Monat kann ein Rentner-Paar ein schönes Leben führen, inklusive Wohnung. Wer über mehr Geld verfügt, kann schon fast im Luxus leben. Zudem gibt es wunderschöne Strände und Sonne das ganze Jahr über.  © Victor Bordera/Imago
Der Kratersee Quilotoa in den Anden von Ecuador
Es gibt nur wenige Länder, in denen die Lebenshaltungskosten so niedrig sind wie in Ecuador. Ein Rentner-Paar kann hier für 1.800 Dollar im Monat alles bekommen, was es zum Leben braucht. Kleine Wohnungen an der Pazifikküste gibt es für unter 150.000 Dollar zu kaufen. Neben den Stränden gibt es die Bergkulisse der Anden - es ist also für jeden was dabei.  © Imago
Die Stadt Bocas del Toro in Panama
Auch Panama kann mit niedrigen Lebenshaltungskosten und einem gehobenen Lifestyle bei Rentnern punkten. Für 150.000 Dollar können hier schöne Wohnungen gekauft werden. Zum Leben braucht man rund 1.000 Dollar Rente im Monat - in Deutschland gilt man mit dem Einkommen als armutsgefährdet, in Panama lebt man im Luxus. Es gibt auch ein Rentner-Visum, das relativ problemlos zu bekommen ist.  © Imago
Die Stadt Puerto Escondido an der Küste von Mexiko
Auf Platz 2 im „Retirement Index“ steht Mexiko. Rentner können hier für rund 800 US-Dollar im Monat ein entspanntes Leben führen, mehr braucht es nicht. Das Land hat außerdem ein modernes Gesundheitssystem, Arztbesuche kosten zwischen 300 und 800 Dollar im Jahr. Mit einem Kurzzeitvisum kann man vier Jahre lang in dem Land leben - muss das Visum aber jährlich aktualisieren.  © Imago
Spätsommer an der portugiesischen Algarve zwischen Portimao und dem Cabo de Sao Vicente / Die herrliche Badebucht Praia
Das beste Land für Rentner im Jahr 2023 ist Portugal. Warum? Weil es alle Wünsche erfüllt: Das Klima ist immer genau richtig, die Landschaft atemberaubend schön und es ist eines der sichersten Länder der Welt. Das Gesundheitssystem wird von der Weltgesundheitsorganisation auf Platz 12 der besten der Welt gesehen. Ein Ehepaar kommt mit 2.500 Dollar im Monat leicht über die Runden. © IMAGO/Rex Schober

Es gibt nicht nur die gesetzliche Rente

Jeder sollte für sich also genau überlegen, wann er in Rente geht. Auch eine private Altersvorsorge wie die Riester-Rente könnte helfen, im Alter gut über die Runden zu kommen – vor der anstehenden Reform hat ein Riester-Experte aber einen klaren Tipp. Eine weitere Möglichkeit bietet zudem ein fremdes Land. Die Geschwister Carola und Oliver Leue aus NRW beispielsweise genießen ihre Rente in Bulgarien – generell fließen viele deutsche Rentengelder ins Ausland.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Dwi Anoraganingrum

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