Ruheständler als Nutznießer

Rentner profitieren vom Rentenpaket: Diese Vorteile gelten ab 2026

  • schließen

Das umstrittene Rentenpaket wurde abgesegnet. Das bedeutet auch grünes Licht für die Stabilisierung des Rentenniveaus. Und für Beitragszahlende und Rentner?

Berlin – Im Rentenstreit gibt es endlich Zustimmung: Die Merz-Regierung hat im Bundestag das Rentenpaket gebilligt. Das Rentenpaket war wochenlang Streitthema. Mit der Abstimmung von Freitag (5. Dezember 2025) wird das Rentenniveau von 48 Prozent über das Jahr 2025 hinaus verlängert und die Ausweitung der Mütterrente kommt. Was sich für Sie ändert.

Merz-Regierung stimmt für Rentenpaket – was die Stabilisierung des Rentenniveaus bedeutet

Das Rentenpaket wird das derzeit geltende Rentenniveau von 48 Prozent verlängern und die Haltelinie bis 2031 fortführen. Die Abkopplung der Renten von den Löhnen soll bis dahin verhindert werden. Mehrkosten der Rentenversicherung sollen aus Steuermitteln erstattet werden, damit der Beitragssatz bzw. die Beitragszahlenden nicht unter den zusätzlichen Kosten leiden.

Der Gesetzentwurf von SPD-Sozialministerin Bärbel Bas setzt die Rente langfristig höher an: Für 2035 sieht er noch ein Niveau von 46,7 Prozent und für 2040 von 46,0 Prozent vor – damit läge das Niveau jeweils einen Prozentpunkt höher als ohne das neue Gesetz.

Das umstrittene Rentenpaket wurde gebilligt. Das bedeutet auch grünes Licht unter anderem für die Stabilisierung des Rentenniveaus.

Durch die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent fällt laut Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums zum 1. Juli 2031 eine Rente von beispielsweise 1.500 Euro um etwa 35 Euro pro Monat höher aus. Das ist ein Plus von 420 Euro im Jahr. Rentenniveau und -höhe seien vor allem für jene rund 52 Prozent der Senioren und Seniorinnen zentral, die im Alter nur Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben. Im Osten liegt die Zahl sogar bei rund 74 Prozent. 

Mehrheit der Merz-Regierung stimmt für Rentenpaket – Steuerbonus für Aktivrentner

Mit der Billigung des Rentenpakets gibt es zudem für Rentner ab 2026 die Möglichkeit auf steuerfreie 2.000 Euro mehr im Monat. Durch die Einführung der Aktivrente können Ruheständler, die freiwillig über das Rentenalter hinaus arbeiten, den Steuerbonus erhalten. Auf diese Weise will Kanzler Friedrich Merz (CDU) die Rentner mehr zum Arbeiten motivieren. Für Aktivrentner gilt ebenfalls der steuerliche Grundfreibetrag, das heißt, sie würden ab 2026 pro Monat auf 3.029 Euro Steuerfreibetrag kommen. 

Mütterrente als Teil des Rentenpakets: Millionen Menschen profitieren von Anpassung

Auch die im Vorfeld kritisierte Ausweitung der Mütterrente wird kommen, bis sie ausgezahlt wird, dauert es aber noch. Die Auszahlung ist ab 2028 möglich, wobei sie auch rückwirkend für 2027 erfolgen soll. Millionen Menschen werden von der Anpassung profitieren, da sich für die Eltern der Anspruch auf Rentenpunkte ändert. Alle Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, können künftig einen halben Rentenpunkt mehr erhalten, was sich auf die Rentenhöhe der Eltern auswirken wird. Ein Rentenpunkt ist 40,79 Euro wert (seit 1. Juli 2025).

Rentenstreit beenden, Rentenpaket kommt – aus der Wirtschaft hagelt es Kritik

Auch wenn durch die Einigung beim Rentenpaket der große Zoff um die Rente vorerst beigelegt wurde, reißen die Kritiken an den Plänen der Merz-Regierung nicht ab. Die Verabschiedung des Rentenpakets sorgte in der Wirtschaft für Aufruhr. Unternehmensverbände monierten am Freitag die hohen Kosten, die durch die Festschreibung des Rentenniveaus bis 2031 und darüber hinaus entstünden. Sie forderten stattdessen strukturelle Reformen und niedrigere Lohnnebenkosten.

Das Rentenpaket sei „ein ungedeckter Scheck“, erklärte Dirk Jandura, Präsident des Außenhandelsverbands BGA. „Der Bundestag hat jetzt dauerhaft höhere Rentenausgaben beschlossen, aber noch keine einzige Reform.“ Er kritisierte insbesondere die CSU und ihr „rücksichtsloses Drängen auf die Mütterrente“.

Das Rentenpaket zementiere „durch zusätzliche Milliarden jedes Jahr die Schieflage im System“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Maschinenbauer, Thilo Brodtmann. „Die Debatte in den vergangenen Wochen lässt stark am Reformwillen beider Koalitionspartner zweifeln.“ (Quellen: eigene Recherche, Agenturen)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa/Alicia Windzio/dpa (montage)

Kommentare