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Die Regierung setzt auf die Aktienrente zur Entlastung der Beitragszahler. Doch Kritiker zweifeln, ob das Generationenkapital die erhoffte Wirkung erzielt.
Obwohl der Ruhestand für viele junge Leute noch in weiter Ferne liegt, plant die Ampel-Koalition, die Höhe ihrer Beiträge zur Rentenkasse festzulegen. Gleichzeitig soll eine Entlastung der Beitragszahler erreicht werden. Christian Lindner (FDP) setzt dabei besonders auf die sogenannte Aktienrente („Generationenkapital“). Doch diese Pläne stoßen auf Kritik.
Renten-Pläne der Ampel: Lindner setzt auf Aktienrente
Die Rentenpläne von Lindner und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bedeuten für Arbeitnehmer höhere Abzüge vom Lohn. Der monatliche Beitrag, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber in die Rentenkasse einzahlen, wird steigen. Bis 2025 soll er bei 18,6 Prozent bleiben, ab 2035 ist eine Erhöhung auf 22,3 Prozent geplant. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer in Zukunft weniger Netto bekommen werden.
Um zu verhindern, dass die Rentenbeiträge in den kommenden Jahrzehnten unerschwinglich werden, setzt die Regierung auf die Aktienrente. Dabei nimmt der Staat Kredite auf, um diese an den Finanzmärkten zu investieren. Der daraus resultierende Gewinn soll ab 2036 in die Rentenkasse fließen.
Aktienrente als Teil des Rentenpakets II: Gewinne fließen in Rentenkassen
Aus den Schulden des Bundes soll bis 2036 ein Kapitalstock von 200 Milliarden Euro aufgebaut werden. Dieser soll durch Investitionen in Aktien und Fonds jährliche Ausschüttungen an die Rentenversicherung von zehn Milliarden Euro ermöglichen. Ab 2024 zahlt der Bund jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag als Darlehen in ein neu zu errichtendes Stiftungsvermögen, das „Generationenkapital“ genannt wird. Im Jahr 2024 sind es zwölf Milliarden Euro.
Dieser Betrag wird in den Folgejahren jährlich um drei Prozent erhöht. Im Jahr 2025 wären es laut Gesetzentwurf 12,4 Milliarden Euro, im Jahr 2045 bereits 22,3 Milliarden Euro. Darüber hinaus plant der Bund, bis 2028 insgesamt 15 Milliarden Euro aus eigenen Mitteln, beispielsweise durch die Übertragung von Vermögenswerten wie Unternehmensbeteiligungen, beizusteuern.
Kritik an Lindners Aktienrente: Zweifel an „Beitragsdämpfung“
Allerdings gibt es bereits jetzt Zweifel an der Umsetzbarkeit dieser Pläne. Die Deutsche Rentenversicherung hat skeptisch auf die Pläne der Ampel reagiert und fordert, dass Risiken für Beitragszahler ausgeschlossen werden. „Ob mit dem Generationenkapital der Beitragssatz stabilisiert werden kann, hängt davon ab, ob die Erwartungen im Hinblick auf die Kapitalerträge erfüllt werden“, äußerte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, in Berlin am Mittwoch (6. März).
Auch der Bund der Steuerzahler hinterfragt die Wirksamkeit der geplanten Aktienrente. Reiner Holznagel, Präsident des Steuerzahlerbundes, forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dass „mehr Stellschrauben zugunsten der Rentenversicherung“ genutzt werden sollten. Er stellte in Frage, ob „das schuldenfinanzierte Generationenkapital überhaupt eine Beitragsdämpfung für Arbeitnehmer und Betriebe bewirken“ könne.
Ampel will mit ihren Plänen das Rentenniveau stabilisieren
Im Gesetzentwurf wurde festgelegt, dass der aktuelle Rentenwert wie bisher jährlich angepasst wird. Neu hinzugefügt wurde: „Dabei soll ein Sicherungsniveau vor Steuern von 48 Prozent nicht unterschritten werden.“ Die Renten sollen jedes Jahr so stark erhöht werden, dass dieser Mindestwert erreicht wird. Bis zum Jahr 2039 und darüber hinaus soll das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent eines Durchschnittseinkommens fallen.
Die Rentenversicherung begrüßte diese Regelung: „Die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent über das Jahr 2025 hinaus bis 2039 kann dazu beitragen, das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung zu stärken, indem ein verlässliches Sicherungsziel definiert wird“, so Roßbach in einer Stellungnahme. Sie wies jedoch darauf hin, dass das bisherige Beitragsziel, das eine Überforderung der Beitragszahler vermeiden sollte, aufgegeben wird.
Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
