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Zur Rettung der Rente steht eine Erhöhung des Renteneintrittsalters immer wieder zur Diskussion. Arbeitsminister Heil winkt erneut deutlich ab.
Berlin – Die Rente ist im Jahr 2024 Gegenstand vieler Debatten. Im Vordergrund der Diskussionen stehen immer wieder die Forderungen von Top-Ökonomen nach der Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 oder die Erhöhung des Renteneintrittsalters, um den Sozialstaat – wenn auch nicht in seiner derzeitigen Form – zu retten.
„Weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters wird es mit mir nicht geben“: Heil nimmt klare Position ein
Zu letzterem Punkt hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erneut klare Position bezogen. „Das gesetzliche Renteneintrittsalter steigt bis 2031 auf 67 Jahre“, erklärte der SPD-Politiker beim Internetportal web.de und stellte im Interview vehement klar: „Aber eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters wird es mit mir nicht geben.“
Seinen Aussagen nach sei er viel mehr für flexible Übergänge in den Ruhestand anstatt einer Erhöhung des Renteneintrittsalters. „Ich kenne Menschen, die freiwillig länger arbeiten wollen und können. Dafür werden wir Anreize verstärken“, sagte Heil weiter. In vielen Berufen aber zum Beispiel im Handwerk und der Pflege könnten Menschen nicht so lange arbeiten: „Für diese Menschen wäre eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters nichts weiter als eine Rentenkürzung.“
Höheres Renteneintrittsalter: „Rente mit 69 oder 70 für viele hart arbeitende Menschen eine Rentenkürzung“
„Die gesetzliche Rente soll die tragende Säule der Alterssicherung in Deutschland bleiben“, sagte der SPD-Politiker. Er werde in Kürze zusammen mit Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) ein Rentenpaket vorlegen, dass das Rentenniveau dauerhaft sichere und Vorsorge trage, dass „die Beiträge in den 2030er Jahren nicht zu sehr steigen.“
Bereits eine Woche zuvor hatte sich Heil fast wortgleich zu seiner angekündigten Rentenreform und einer Erhöhung des Renteneintrittsalters in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe geäußert. Dort hatte der Arbeitsminister ebenfalls betont, dass „mit uns keine weitere Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben“ werde. Seiner Ansicht nach wäre „eine Rente mit 69 oder 70“ für viele hart arbeitende Menschen, etwa in der Pflege und Logistik, „ebenfalls eine Rentenkürzung“.
Debatte über höheres Renteneintrittsalter: Auch Rentenerhöhung weiter in der Diskussion
Neben der anhaltenden Diskussion über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters lassen die Debatten bei der Erhöhung der Rente ebenfalls nicht ab. Während Heil sich optimistisch zeigte, dass die Rentenerhöhung im Sommer 2024 „die Inflation übersteigen“ werde, sind einige Experten der Ansicht, dass es mehr Geld brauche, um besonders die Rentnerinnen und Rentner mit kleinen Bezügen in Deutschland zu entlasten.
Zu den Befürwortern einer deutlicheren Rentenerhöhung, die zu den wichtigen Änderungen für Rentnerinnen und Rentner im März 2024 zählt, gehört die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele. Sie verfolgt die Diskussionen um das Bürgergeld und die Rente mit großer Sorge. In einem Interview mit der Mediengruppe Bayern führte sie aus, dass gerade Menschen mit kleinen Renten die Inflation besonders zusetze. Daher forderte die VdK-Präsidentin, in der Debatte um das Rentenpaket II, dass das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent angehoben werde: „Das würde einer einmaligen und dauerhaften Rentenerhöhung von zehn Prozent entsprechen und die hohe Inflationsrate im vergangenen Jahr angemessen ausgleichen.“
Während ein Renten-Experte eine mögliche „Mega-Erhöhung“ für Rentner in den Raum stellt, geht die Ampel-Koalition in einer offiziellen Prognose derzeit von einer Rentenerhöhung von 3,5 Prozent aus.
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