Zweite Insolvenz überstanden

Rettung für deutschen Autozulieferer – Investor übernimmt nach Insolvenz

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Ein insolventer deutscher Autozulieferer konnte durch einen Investor gerettet werden (Symbolfoto).
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Ein zahlungsunfähiger Autozulieferer aus Baden-Württemberg wird durch einen niederländischen Investor übernommen. Was heißt das für die Mitarbeiter?

Stuttgart – Erst vor wenigen Tagen hatte die bundesweit tätige Anwaltskanzlei PLUTA auf IPPEN.MEDIA-Anfrage erklärt, dass für den insolventen Automobilzulieferer UPC Composites GmbH mit Sitz in Murr (Kreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg) bereits am 1. Juni das offizielle Insolvenzverfahren eröffnet wurde und dass der Betrieb mit rund 90 Mitarbeitern vollumfänglich fortgeführt wird. Nun verkündeten das Team um Rechtsanwalt Philip Konen und Diplom-Betriebswirt Ludwig Stern, die das Unternehmen als Generalbevollmächtigte im Eigenverwaltungsverfahren unterstützen, erfreuliche Nachrichten.

UPC Composites hatte bereits im Jahr 2018 ein Insolvenzverfahren durch einen Investoreneinstieg überstanden, bei dem aber der Standort in Freiberg am Neckar (Baden-Württemberg) geschlossen werden musste. Seit dem 20. März 2025 befindet sich der Autozulieferer erneut in einem Verfahren, und konnte nun ebenfalls durch einen Investor gerettet werden. Der Mitteilung von PLUTA zufolge übernimmt die niederländische AM Group den Betrieb, doch was bedeutet das für die Mitarbeiter?

Autozulieferer UBC Composites geht an einen Konzern aus den Niederlanden

UBC Composites beschäftigt am Hauptsitz in Murr 86 und an einem Standort in der Slowakei weitere 80 Mitarbeiter. Beide Betriebe wurden der Mitteilung zufolge seit März vollumfänglich fortgeführt und alle Projekte umgesetzt. Währenddessen führten die Verantwortlichen zahlreiche Gespräche mit potenziellen Investoren, die sich aufgrund der aktuellen Lage in der Automobilindustrie als schwierig erwiesen. Mit der AM Group konnte nun ein Investor für das 1993 gegründete Unternehmen aus Baden-Württemberg gefunden werden.

Name UBC Composites GmbH
Gründung 1993 als UBC
Sitz Murr, Baden-Württemberg
Branche Autoindustrie, Luft- und Raumfahrtbranche
Mitarbeiter 86 in Murr, 80 beim Tochterunternehmen in der Slowakei

Die AM Group mit Sitz in den Niederlanden ist mit Niederlassungen in Europa, Großbritannien und den USA vertreten und verstärkt sich nun mit dem Know-how der UBC Composites GmbH. „Von unseren ersten Gesprächen an hatten wir das Gefühl, dass wir denselben Fokus auf Handwerkskunst, Vertrauen und Authentizität legen“, erklärt Luis Carrera, Direktor für M&A und Strategie der AM Group. „Diese Übereinstimmung macht diese Übernahme zu einem logischen Schritt für die AM Group. Mit dem Know-how von UBC werden wir unsere Nischenstrategie stärken.“

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

UBC Composites: AM Group übernimmt auch Mitarbeiter in Murr und der Slowakei

Die AM Group hat die UBC Composites im Rahmen einer übertragenen Sanierung zum 1. September übernommen. Die 86 Arbeitsplätze in Murr sowie die weiteren 80 in der Slowakei bleiben erhalten. „Mit der AM Group haben wir einen idealen Investor gefunden und können positiv in die Zukunft blicken“, erklärt UBC-Geschäftsführer Peter Gerl, der auch weiterhin diesen Posten innehaben wird. „Auch für unsere erfahrenen Mitarbeiter ist das eine sehr gute Nachricht.“ Ende Mai wurde auch ein traditionsreicher Anlagenbauer durch einen Investor aus der Insolvenz gerettet, allerdings konnten nicht alle Arbeitsplätze erhalten bleiben.

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