VonMarkus Hofstetterschließen
Elektroautos könnten bald so günstig wie Verbrenner sein. Technologischer Fortschritt macht‘s möglich. Der Durchbruch steht bevor.
Düsseldorf – Laut dem europäischen Branchenverband ACEA (European Automobile Manufacturers’ Association) hatten Elektroautos in Europa in den ersten sieben Monaten des Jahres einen Marktanteil von 15,6 Prozent. Doch das soll sich rasant ändern. Das ist zumindest das Ergebnis der neuen Powertrain-Studie 2025 „Coming of Age: The Next Phase in the eMobility Transformation“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC.
E-Autos übernehmen Markt bis 2035: Gipfel der Verbrenner-Produktion bereits 2017 überschritten
Laut der Studie soll der Anteil reiner Elektroauto-Plattformen unter den weltweit verkauften Pkw global betrachtet von 15 Prozent im Jahr 2025 auf rund 40 Prozent im Jahr 2030 und sogar auf etwa 60 Prozent im Jahr 2035 steigen. Die Produktion von Verbrennerautos dagegen hat ihren Höhepunkt bereits 2017 überschritten und ist seitdem im Sinkflug.
Parallel dazu dürfte sich die globale Batterienachfrage von heute 1,15 TWh auf rund fünf TWh im Jahr 2035 nahezu verfünffachen. Trotz Unsicherheiten bei den Rohstoffpreisen, der Ladeinfrastruktur oder den regulatorischen Vorgaben bleibt die Elektromobilität damit auf einem weltweiten Wachstumskurs.
Bis 2030 könnte sich der weltweite Umsatz mit elektrischen Antriebssystemen für E-Autos auf 634 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Das wäre mehr als Volkswagen, Stellantis und Mercedes-Benz im vergangenen Jahr zusammen erwirtschaftet haben. Davon entfallen 389 Milliarden Euro auf Batteriezellen und -verpackungen und 186 Milliarden Euro auf Elektroantriebe.
E-Autos übernehmen Markt bis 2035: Technologische Fortschritte machen es möglich
Bis 2030 soll China einen Marktanteil von 70 Prozent bei der Batteriezellproduktion erreichen, Südkorea 15 Prozent. Japan und Europa kommen jeweils auf fünf Prozent. Für Europa bedeutet dies ein Defizit von 40 Milliarden Euro in der Handelsbilanz für Batteriezellen im Jahr 2030, während China ein Plus von 55 Milliarden Euro verzeichnen wird.
Laut der Studie sind vor allem technologische Fortschritte für die Wende zur E-Mobilität verantwortlich, was entsprechende Folgen für Reichweite, Ladegeschwindigkeit und Kosten für Autokäufer hat. So sollen bis 2030 Ladeleistungen von bis zu 400 Kilometern innerhalb von zehn Minuten flächendeckend möglich sein, wodurch fast das Niveau des Tankens mit Benzin oder Diesel erreicht wird. Parallel dazu sinkt der durchschnittliche Energieverbrauch auf rund 14 kWh pro 100 Kilometer. Dies wird durch neue Zellchemien, optimierte Batteriearchitekturen und effiziente Antriebssysteme ermöglicht.
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E-Autos übernehmen Markt bis 2035: Kostenseitig ziehen die Antriebsformen gleich
Durch mehr Wettbewerb, Skaleneffekte in der Produktion und fallende Rohstoffpreise sollen auch die Preise spürbar sinken. Laut Studie erscheint innerhalb der nächsten fünf Jahre ein weiterer Rückgang der Zellpreise um bis zu 15 Prozent möglich. Bereits heute erreichen Elektroautos in vielen Segmenten ein mit Verbrennern vergleichbares Gesamtkostenniveau (TCO – Total Cost of Ownership). Bis 2030 sollen sie in sämtlichen Segmenten auf dem gleichen wirtschaftlichen Niveau liegen, sodass der Elektromotor zur dominierenden Antriebsform werden wird.
Auch eine wenige Wochen alte Analyse des Center Automotive Research (CAR) hat gezeigt, dass sich die Preise von E-Autos und Verbrennern annähern. Demnach ist der durchschnittliche Transaktionspreisunterschied im Juli auf 2862 Euro gesunken. CAR nennt als Gründe steigende Preise und niedrigere Rabatte bei Verbrennern sowie sinkende Preise und leicht gestiegene Nachlässe bei Elektroautos. Das Rabattniveau bewegt sich demnach bei beiden Antriebsformen um die 17 Prozent.
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