US-Koalition zum Schutz der Schiffe

Handels-Krise durch Huthi-Angriffe? Ölpreise steigen – doch die Reedereien profitieren auch

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Der Suez-Kanal wird von mehreren Frachtunternehmen gemieden - die Durchfahrt ist zu gefährlich. Dies hat massive Auswirkungen auf den Weltmarkt.

München – Im Roten Meer herrscht Ausnahmezustand: Nach den Angriffen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben mehrere Reedereien und Ölkonzerne wie BP ihre Containerschiffe umgeleitet. Dies hat massive Auswirkungen auf den Handel in der Region und führte bereits jetzt dazu, dass der Ölpreis steigt.

Rotes Meer: Huthi-Rebellen wollen US-geführter Koaltion trotzen und weiter angreifen

So haben die Rohölpreise seit dem Wochenende etwa um fünf Prozent zugelegt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar 2024 79,24 US-Dollar. Das waren 1,31 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Januar-Lieferung stieg um 1,14 Dollar auf 73,61 Dollar. Zu Wochenbeginn hatten die Erdölpreise um etwa zwei Dollar zugelegt.

Dass sich die Lage in nächster Zeit beruhigt, ist nicht anzunehmen. Es sei „egal, welche Opfer es uns kostet“, betonte Huthi-Vertreter Mohammed al-Buchaiti. Ein Huthi-Sprecher erklärte, Ziel der von den USA gebildeten Koalition sei der Schutz Israels und die „Militarisierung der See“. Jeder, der den Konflikt ausweite, müsse „die Konsequenzen dieser Handlungen tragen“.

Suez-Kanal: Reedereien kämpfen mit Umweg-Mehrkosten – doch die Aktien steigen

Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten am Montag nach Aussagen von Verteidigungsminister Lloyd Austin die „multinationale Sicherheitsinitiative“ mit dem Namen „Operation Prosperity Guardian“ gebildet. Neben den USA gehören ihr Bahrain, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die Niederlande, Norwegen, die Seychellen und Spanien an. Deutschland ist zunächst nicht daran beteiligt. Das Bundesverteidigungsministerium prüft nach eigenen Angaben derzeit eine Beteiligung am militärischen Schutz der Handelswege in der Region. Eine Anfrage hierzu aus Washington werde geprüft.

Ein norwegisches Frachtschiff, das im Roten Meer von Huthi-Rebellen angegriffen worden war.

Der Umweg über die Südspitze Afrikas kostet Handelsschiffe ungefähr eine Woche an Fahrtzeit. Analysten der Investmentbank Jefferies schätzen, dass etwa acht Prozent der weltweiten Rohöltransporte durch den Suezkanal gehen.

Für die Reedereien bedeutet die Krise aber nicht nur Mehrkosten. Auch die Aktienkurse der Unternehmen steigen, weil der Bedarf an Schiffsraum stark ansteigt. Die Hapag-Llyod-Aktie ist beispielsweise seit Donnerstag um knapp 25 Prozent an Wert gestiegen. (cgsc mit dpa und afp)

Rubriklistenbild: © HANDOUT/AFP

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