Reedereien meiden Route

Huthi-Angriffe aus dem Jemen: USA wollen Marineschutz im Roten Meer forcieren

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Der Krieg in Nahost beeinträchtigt auch den Welthandel. Reedereien machen nach Huthi-Angriffen einen Bogen ums Rote Meer. Die USA reagieren.

Washington, D.C. – Der Krieg in Israel wirkt sich immer mehr auf die internationale Schifffahrt aus. Angriffe auf Handelsschiffe machen das Rote Meer derzeit so gut wie unbefahrbar. Viele große Reedereien meiden deshalb die Seestrecke, die das für den Welthandel und den Erdöltransport enorm wichtig ist.

Nach den Reedereien Maersk und Hapag-Lloyd setzte auch die weltgrößte Container-Reederei MSC ihre Transporte auf diesem Schifffahrtsweg aus. Als Alternative wählen die Reedereien inzwischen die Route um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika, die jedoch den Transport um einige Tage verlängert. Das wirkt sich entsprechend negativ auf die Wirtschaft und die Transportkosten aus.

Ein US-Zerstörer hat erneut einen Huthi-Angriff im Roten Meer abgewehrt.

Huthi-Angriffe auf Schiffe im Roten Meer: Reedereien meiden wichtige Handelsroute

Die USA wollen deshalb mit Partnern in der Region über den militärischen Schutz von Handelsschiffen beraten. Dabei sollte es auch um die Bildung multilateraler Koalitionen gehen, um auf „Aggressionen auf See“ zu reagieren. Die erweiterte maritime Schutzinitiative soll laut Guardian von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin während seines anstehenden Besuchs im Nahen Osten angekündigt werden.

Die USA haben demnach arabische Staaten dazu ermutigt, sich daran zu beteiligen, um die Sicherheit der Handelsschifffahrt im Roten Meer zu gewährleisten. Bisher haben sich Frankreich, Großbritannien und die US-Marine aktiv für den Schutz vor Huthi-Angriffen eingesetzt. Dem Guardian zufolge ist der Iran skeptisch, ob eine multinationale Taskforce zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer hilfreich sein kann.

Demnach kündigte der iranische Verteidigungsminister Mohammad-Reza Ashtiani „außerordentliche Probleme“ an, sollten sich die USA zu einem solchen Schritt durchringen. Abdul-Malik Badreddin al-Huthi, der als Führer der Revolutionsbewegung Ansar Allah fungiert, warnte derweil vor Vergeltungsmaßnahmen, sollten die USA bestimmte rote Linien überschreiten. Konkret sprach er eine direkte Intervention in Gaza an.

Reedereien meiden Route im Roten Meer wegen Huthi-Beschuss – wie verhält sich Deutschland?

Auch in Deutschland werden die Rufe lauter, sich am Schutz der Handelsschiffe zu beteiligen. So verwies Martin Kröger darauf, dass die USA, Frankreich und Großbritannien bereits mit Marineschiffen in der Region unterwegs seien. „Es wäre angemessen, wenn Deutschland sich entsprechend auch beteiligen würde“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Reederverbands in der Sendung „radioWelt“ von Bayern 2.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) betonte ebenfalls: „Wir sollten unterstützen, dass die Marine zusammen mit internationalen Partnern die Schiffe schützt.“ Es sei „folgerichtig, dass sich alle daran beteiligen, die davon abhängig sind, dass ihre Waren durch das Rote Meer geführt werden“, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages der Deutschen Presse-Agentur. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius prüft laut dpa derzeit eine Anfrage der USA zu diesem Thema.

US-Zerstörer im Roten Meer schießt 14 vom Jemen aus abgefeuerte Huthi-Drohnen ab

Seit Ausbruch des Kriegs zwischen Israel und der Hamas greifen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen immer wieder Schiffe im Roten Meer an, um sie an einer Durchfahrt in Richtung Israel zu hindern. Der erste Angriff erfolgte auf das Schiff „Galaxy Leader“, das seit dem 19. November in der von den Huthi kontrollierten Hafenstadt Hodeidah festgehalten wird. Seitdem haben die Angriffe weiter zugenommen.

Als Reaktion auf die Huthi-Angriffe haben die US-Marine, die britische Marine und die französische Marine Huthi-gesteuerte Drohnen und Raketen abgeschossen. Zuletzt schoss ein US-Zerstörer 14 Drohnen über dem Roten Meer ab, die aus einem von Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiet im Jemen gestartet worden sein sollen. Ein britisches Kriegsschiff schoss ebenfalls eine mutmaßliche Angriffsdrohne über dem Roten Meer ab. (cs/dpa)

Redakteur Christian Stör hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien

Rubriklistenbild: © IMAGO/U.S. Navy

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