Rüstungs-Boom

Rüstungs-Boom: Rheinmetall vereinbart zwei neue Deals mit strategischer Relevanz

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Rheinmetall knüpft neue Allianzen mit Unternehmen aus Indien und Spanien. Die Strategie: Zugang zu Rohstoffen sichern und noch mehr Wachstum schaffen.

Düsseldorf - Der Rüstungskonzern Rheinmetall steuert dank der massiven Aufrüstung der westlichen Länder auf Rekordkurs. Jetzt gab er zwei neue Kooperationen bekannt.

Rheinmetall: Lieferkette soll abgesichert werden

Zum einen verkündete das Unternehmen am Donnerstag (22. Mai) die Zusammenarbeit mit dem indischen Unternehmen „Reliance Defence“. Die Inder würden dabei Sprengstoffe sowie Treibmittel für mittel- und großkalibrige Munition liefern, teilte Rheinmetall mit. Darüber hinaus planten die Unternehmen gemeinsame Marketingaktivitäten und wollten ihre Zusammenarbeit ausweiten.

„Durch die Kooperation erschließe sich Rheinmetall einen weiteren Zugang zu wichtigen Rohstoffen und sichert nicht nur seine Lieferketten ab, sondern schafft sich weitere Wachstumschancen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns.

Rheinmetall plant Modernisierung der spanischen Armee

Außerdem gab das Düsseldorfer Unternehmen eine geplante Kooperation mit dem spanischen Rüstungskonzern „Indra“ bekannt. Die beiden Firmen arbeiten bereits bei der Produktion des Panzers Leopard 2E zusammen. Indra entwickelt für das Panzer-Modell Wärmebildkameras und produziert das Feuer­leitsystem.

Leopard-2-Panzer in Spanien: Rheinmetall möchte in Zukunft noch enger mit einem spanischen Rüstungsunternehmen zusammenarbeiten.

Mit der angekündigten Kooperation wollen die beiden Unternehmen, „die spanischen Streitkräfte bei der Modernisierung ihrer Kampffahrzeugflotte unterstützen“, sagt Eduardo Veen Martinez, Geschäftsführer von Rheinmetall Landsysteme. Ángel Escribano, CEO der Indra-Gruppe, lobt die europäische Zusammenarbeit beim Thema Verteidigung.

Ukraine-Krieg kurbelt das Geschäft für Rüstungskonzerne an

Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine brummt das Geschäft bei europäischen Rüstungskonzernen. Rheinmetall erlebe „ein Wachstum, wie wir es im Konzern noch nie hatten und kommen unserem Ziel, ein globaler Defence-Champion zu werden, näher“, bilanzierte CEO Armin Papperger Anfang Mai bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2025.

Rheinmetall plant angesichts des Booms, Teile seiner zivilen Produktion für die Autoindustrie auf die boomende Fertigung für das Militär umzustellen. Für das bislang auf die zivile Produktion ausgelegte Werk in Neuss mit rund 1500 Beschäftigten geht der Konzern nun in die Richtung voran: Rheinmetall gründete mit der finnischen „ICEYE“ ein Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Satelliten. Ab dem zweiten Quartal 2026 könnten die Flugkörper unter anderem im Werk Neuss entstehen. (mit Material von Reuters)

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