Der Tarifstreit im öffentlichen Dienst der Länder ist beendet. Für Angestellte und Beamte der Bundesländer gibt es schon bald mehr Geld.
München – Das dürfte durchaus ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk für viele Angestellte und Beamte sein. Für die Beschäftigten der Länder wird es mehr Geld geben: Sonderzahlungen, 200 Euro und 5,5 Prozent mehr Lohn. Das teilten die Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am Samstag (9. Dezember) nach dreitägigen Gesprächen in Potsdam mit.
Tabelle: Gehälter im öffentlichen Dienst steigen ab 2025
„Wir haben jetzt ein Verhandlungsergebnis, das wertig ist“, sagte der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke. Es sei „wirklich herausragend“. Alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes seien derzeit gleichermaßen von hohen Preisen betroffen, so Werneke. Demzufolge sind Inflationsausgleichszahlungen von insgesamt 3000 Euro geplant. Im Dezember sollen 1800 Euro fließen oder zumindest angewiesen werden; das Geld könnte auch erst im neuen Jahr auf den Konten ankommen.
Von Januar bis Oktober 2024 gibt es monatliche Zahlungen von jeweils 120 Euro. Ab 1. November 2024 steigen die Einkommen der mehr als eine Million Beschäftigten um einen Sockelbetrag von 200 Euro. Dies ist vor allem für die unteren Lohngruppen von Bedeutung. Ab 1. Februar 2025kommt darauf eine weitere Entgelterhöhung von 5,5 Prozent. Auszubildende und Praktikanten erhalten dem Abschluss im Dezember einen Inflationsausgleich von 1000 Euro. Ausbildungsentgelte steigen ab November 2024 um 100 Euro und später noch einmal um 50 Euro. Die Laufzeit beträgt 25 Monate bis Oktober 2025.
| Berufe | Gehalt derzeit | Gehalt ab 1.2.2025 |
|---|---|---|
| Heilerziehungspfleger | 1850 Euro | 2163 Euro |
| Streetworker | 5368 Euro | 5874 Euro |
| Controller | 4884 Euro | 5364 Euro |
| Altenpfleger | 2733 Euro | 3094 Euro |
| Lebensmitteltechniker | 5288 Euro | 5790 Euro |
| Bewährungshelfer | 4317 Euro | 4765 Euro |
| Beleuchter | 2925 Euro | 3296 Euro |
| Museumspädagoge | 5368 Euro | 5674 Euro |
| Busfahrer | 2733 Euro | 3094 Euro |
| Tierpfleger | 2909 Euro | 3080 Euro |
Quelle: Verdi/Tarifberufe, eigene Berechnungen
Haushalte der Bundesländer werden weiter belastet
Für die Länder bedeutet der Abschluss Mehrkosten von 23,9 Milliarden Euro. „Der Tarifabschluss bedeutet einen großen Kraftakt für den bayerischen Staatshaushalt. Die notwendigen Mehrausgaben werden nicht einfach zu stemmen sein“, sagte dazu Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU). In Zeiten von gestiegenen Lebenshaltungskosten, aber auch einer immer schwieriger werdenden Haushaltslage der öffentlichen Hand, sei das Verhandlungsergebnis ein noch vertretbarer Kompromiss.
Wird der Abschluss wie üblich auf das Besoldungssystem der Beamtinnen und Beamten übertragen, sind dann bundesweit mehr als drei Millionen Beschäftigte betroffen. Füracker: „Im Bundesvergleich wird die bayerische Spitzenposition bei der Besoldung auch künftig behalten.“ Um die zeitgleiche und systemgerechte Übertragung der Ergebnisse des Tarifvertrages auf den Beamtenbereich zu gewährleisten, würden die Tarifergebnisse nun zunächst intensiv geprüft. Das Ergebnis kommt bei den Staatsdienern jedenfalls gut an. „Ich halte das für einen verantwortungsvollen Abschluss“, sagte Rainer Nachtigall, Vorsitzender des Bayerischen Beamtenbundes (BBB) zum Resultat.
Mit Material von dpa